Ride to the Bushcamp

Samstag, 18.08.2018

Wunderschönes Bushcamp

Morgens war wieder Ponyprogramm angesagt und diesmal kam noch ein kleines Mädchen dazu. Mit dieser hatte ich dann auch einen Ausritt. Ich hatte Stute Twinky und führte die Kleine auf ihrem Pony am Strick. Sie war total begeistert und kannte sogar die Buchstaben von den Wanderwegen. Das ist mir bisher auch noch nicht passiert.


Nachmittags wurde es spannend für mich und ich war ein bisschen aufgeregt. Ich sollte nämlich die Familie die ich schon kannte zum Bushcamp bringen. Dieses ist ein Camp am anderen Ende der Farm mit drei Zelten die auf Stelzen stehen. Das können die Gäste für eine Nacht oder mehr buchen und ist bestimmt ein richtig tolles Erlebnis. Da ich noch nie am Camp war, hatte ich Angst es nicht zu finden. Diesmal war auch der Papa der Familie dabei, der sonst nicht reitet. Das hieß, dass wir da gemütlich im Schritt hin ritten. Der Ritt dauerte eineinhalb Stunden und war sehr gemütlich. Zum Glück war die Wegbeschreibung die ich bekommen hatte richtig super und es war ganz einfach zu finden. Obwohl man sehr lange durch den Busch reitet und gar nicht weiß, ob man richtig ist. Im Camp angekommen war ich begeistert wie toll es dort aussieht. Unser Azubi wartete schon auf uns, wir sattelten die Pferde ab, ließen sie laufen und tranken gemütlich Gin-Tonic zum Sundowner.

Die Pferde grasten die ganze Zeit gemütlich und wollten gar nicht gehen. Der Papa und Sohn blieben im Camp und wir, Mama, Tochter und ich fuhren mit dem Jeep mit Viva zurück zur Lodge. Die Fahrt war auch nochmal super schön. Der Wind wehte uns um die Ohren und im Sonnenuntergang konnten wir hoch oben auf dem Auto nochmal die wunderschöne Landschaft bestaunen. In solchen Momenten wir mir wieder mal bewusst was für ein Geschenk es ist hier zu sein und was für ein großes Glück ich habe. Da ist man einfach nur zufrieden und dankbar und will, dass der Moment nie aufhört.

„Freeze the moment it`s never been better“

Mit diesem tollen Gefühl konnte ich schlafen gehen und ich würde auch gerne mal eine Nacht im Bushcamp verbringen.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

Shampoo for the horse

Dienstag, 14.08.2018

Ein schöner, ruhiger Tag

Morgens hatte ich einen eineinhalb Stunden Ritt mit einer Teenagerin. Diese war total nett und wir unterhielten uns während dem Ritt gut. Ich hatte Stute Bonti und alles klappte super. In der Wanderwegen kenne ich mich mittlerweile perfekt aus und muss fast nicht mehr überlegen wo ich hin muss.

Nach dem Reiten shampoonierte ich die Scheckenstute ein, sodass sie wieder blitzte. Leider hielt es nicht lange, denn obwohl ich sie in der Sonne trocknen ließ, wälzte sie sich danach im Sand und sah wieder aus wie davor.

Nachmittags kam ein weiteres 13 jähriges Mädel an, die eine Woche mit ihren Eltern und ihrem Bruder da ist und jeden Tag 5 Stunden im Stall verbringt. Das nennt sich Ponywoche und wir zeigen ihr wie man füttert und alles was noch dazu gehört. Die Familie ist jetzt bereits zum zweiten Mal da und somit kennen sie sich schon aus. So hatten das Mädel und ich einen eineinhalb Stunden Ritt und ich bekam wieder Sterni. Wir ritten eine schöne Runde durch den Wald und sie erzählte mir, dass sie derzeit in Katar wohnen.

Das war also ein entspannter Tag hier in Namibia.

Liebe Grüße
Nadine

Many Animals

Montag, 13.08.2018

Erfolgreiche Jeep-Safari

Am Morgen hatten Laura und ich wieder zusammen einen Anfängerritt. Es war eine Familie, ich hatte Sterni und wir hatten die Kinder am Führstrick. Alles klappte super und die Familie kam glücklich zurück.

Nachmittags hatte ich wieder keinen Ritt und Marie hatte einen Gamedrive, also eine Safari mit dem Jeep. Sie fragte, ob ich mit will und da sagte ich natürlich nicht nein. Wir hatten super viel Glück und wo Marie erst noch aus Spaß sagte, dass wir und heute in der Größe der Tiere steigern, hatte sie dann witzigerweise auch noch recht. Angefangen hat es mit Zebramangusten die ich hier davor noch nie gesehen habe. Dann lief uns ein Honigdachs über den Weg den ich ebenfalls noch nicht zu Gesicht bekommen habe und danach kam ein Schakal, der mir auch neu war. Auch neu für mich war ein Strauß, der da stand und uns anschaute. Außerdem trafen wir auf Zebras, Gnus, Kudus und Oryx. Marie sagte noch, dass sie unbedingt Giraffen finden will und siehe da: Im Busch versteckt waren einige Giraffen und Giraffenbabys. Diese ließen sich wie immer nicht stören und fraßen gemütlich weiter. Das war so erfolgreich und die meisten Tiere davon hatte ich hier noch nicht gesehen. Damit hätte ich nicht gerechnet und war total froh, dass ich mit durfte. Mit dabei waren nur Eltern mit ihrem 6 jährigen Jungen, denen die Fahrt oben auf dem Jeep genau so gut gefiel wie mir. Als ich da oben auf dem Jeep saß, mir der Wind um die Nase wehte und wir an einem Tier nach dem Nächsten vorbei fuhren, wusste ich wieder mal, warum ich hier war und war unglaublich dankbar dafür. Sowas erleben zu dürfen ist unbeschreiblich!

So ging dieser schöne Tag schon wieder zu Ende. Ich hab das Gefühl die Zeit läuft hier schneller als woanders.

Liebe Grüße
Nadine

Private Giraffes

Sonntag, 12.08.2018

Giraffen nur für uns

An diesem Tag hatte ich frei und freute mich total aufs Ausschlafen. Leider ist es hier schon ab 7 Uhr so laut, dass mit Schlafen nichts mehr ist. Hier wohnen auch viele kleine Kinder die dann rum rennen und Leute hören Musik und so stand ich um halb 8 schon auf und ging zum Frühstücken.
An diesem Tag hatte Emily von der Rezeption auch frei und da sie ebenfalls reitet, fragten wir, ob wir mit den Pferden ausreiten durften. Das war kein Problem und so sattelten wir Sterni und Pewa. Wie Mädels halt so sind quatschten wir viel und ritten fast nur Schritt. Laura war gerade mit einer Gruppe unterwegs und gab durchs Funkgerät durch, wo sie Giraffen gesichtet hatte. So ritten wir dort hin und trafen eine Gruppe von diesen Tieren an. Da wir viel Zeit hatten, standen wir da ewig und beobachteten die Giraffen aus nächster Nähe. Es ist so schön an seinem freien Tag reiten zu gehen und dann auch noch auf diese imposanten Tiere zu treffen. Da hatten wir wirklich Glück, zumal sie normalerweise nie so dicht an die Lodge ran kommen.


Den restlichen Tag machte ich nicht viel, außer mal wieder ein paar Blogeinträge nachholen. Leider hatte ich ja mein Ladekabel für mein MacBook Zuhause liegen lassen, aber der Papa der englischen Familie lieh mir netterweise seins aus, sodass ich wieder Saft hatte.
Abends saß ich mit meinen namibianischen Nachbarn zusammen die mich zum Essen und Bier einluden. Es gab Maisbrei mit viel Zucker und saurer Milch. Die Milch würde man bei uns nicht mehr trinken, aber hier kann man die so kaufen. Es schmeckte so wie es sich anhört und nachdem ich auch gewarnt wurde, dass wenn ich es nicht gewohnt sei, Bauchschmerzen bekommen könnte, probierte ich nur einen Anstandshappen und ließ es dann sein.

Der Abend war total schön und wir hatten viele tolle Gespräche und ich erfuhr einiges über die verschiedenen Stämme hier und lernte ein paar Wörter in verschiedenen Sprachen.
Das war ein sehr entspannter freier Tag.

Liebe Grüße
Nadine

Luxury Dinner

Samstag, 11.08.2018

Leckeres Abendessen

An diesem Morgen hatte es keinen Ritt und somit sollte ich ein Pferd longieren und Satteldecken waschen und alles aufräumen. Außerdem war es richtig kalt. Wir saßen alle mit Jacken da und froren.
Nachmittags war ich mit einem Tierarzt/Zoodirektor und seiner Frau unterwegs. Leider teilten sie mir zu spät mit, dass sie statt 2,5h nur 1,5h reiten wollten und da wo wir waren konnte ich gar nicht mehr abkürzen. Ich ritt einen ziemlich bewachsenen Weg mit viel Gestrüpp und konnte so die Runde aber nur minimal verkleinern. So wurden es dann trotzdem noch 2 Stunden.

Abends stand für mich ein weiteres Highlight an. Zum ersten Mal durfte ich mit den Gästen essen. Jeden Abend gibt es zwei große Tafeln an denen die Gäste essen und immer ist ein Mitarbeiter an jedem Tisch dabei. Diesmal war Marie noch dabei die mich einwies und mir alles zeigte. Es ist super schön dekoriert und das Essen wird an den Tisch gebracht. In der Ecke brennt ein Feuer und da es unter freiem Himmel ist, gibt es Heizstrahler. Ich probierte das beliebte Getränk Rock Shanty das sehr lecker ist. Ein Kellner kommt vor jedem der drei Gänge an den Tisch und erklärt was es zu Essen gibt. Zur Vorspeise gab es Salat mit in Sesamkörnern paniertem Schafskäse, als Hauptspeise gab es Kudu-Roll (für mich als Vegetarier Spinat-Rolle mit Kartoffelbrei und Brokkoli) und als Nachtisch Schokokuchen mit flüssiger Füllung. Das war so unglaublich lecker und mal was ganz anderes zu dem was wir sonst essen. An dem Tisch an dem ich saß, waren auch die englische Familie und so gab es natürlich wieder viel zu lachen und reden.
Es war schon 23 Uhr als ich ins Bett ging und mit vollem Magen schlief ich schnell ein.

Liebe Grüße
Nadine

Wildlife

Freitag, 10.08.2018 Treffen mit Zebras An diesem Tag konnten wir ein bisschen länger schlafen, da wir erst um 8.30 Uhr einen Ritt hatten. Laura und ich waren zusammen mit einer Familie aus England unterwegs. Diese Familie hätte eine eigene Serie im TV verdient. Sie haben Zuhause zusammen ein Pferd und alle können reiten. Nur der Papa hatte Hüftprobleme und tat uns echt leid. Wir waren eineinhalb Stunden unterwegs und hatten sehr viel zu lachen. Das war einfach ein richtig witziger Ritt mit einer super netten Familie und ich hatte wieder „meine“ Pewa. Wir trafen auf Zebras was richtig cool war, denn die sieht man nicht so wahnsinnig oft hier. Als wir zurück waren longierte ich noch ein Pferd und dann war schon Pause. Nachmittags war ich dann wieder mit meinen Lieblingsitalienern unterwegs und hatte Sterni. Diese wollten unbedingt, dass ich sie guide. Man merkt, dass es Nachmittags immer heißer wird und die Temperaturen steigen täglich. Wir ritten eine schöne Route und sahen eine Gruppe von ca. 30 Giraffen. Das ist jedes Mal wieder ein super tolles Erlebnis und immer ein Foto wert. Es war eine riesige Herde und sie hatten keine Angst vor uns. Außerdem trafen wir auf viele Kudus, Impalas und Warzenschweine, waren also was Tiersichtungen angeht sehr erfolgreich. So ging wieder ein schöner Ritt zu Ende und leider war das der letzte Ritt von den beiden die nun abreisen. Ich werde die beiden vermissen. Liebe Grüße Nadine

Breakfast in the Savanna

Donnerstag, 09.08.2018

Erstes Buschfrühstück allein

Um 7.30 Uhr saßen die Italiener, das Mädel und ich auf unseren Pferden und ritten der Sonne entgegen. Ich durfte endlich wieder mein Lieblingspferd Pewa reiten und freute mich total. Die beiden Italiener sind genau wie die Italiener davor super nett. Obwohl ihr Englisch nicht so gut ist, unterhielten wir uns total super und sie haben gesagt sie hätten mich gern als Tochter 😀 Ihre beiden Söhne sind in meinem Alter und das Ehepaar bleibt eine Weile hier, was ich sehr gut finde. Morgens ist es hier noch ordentlich kalt und so ritt ich mit drei Jacken los. Meine Route führte uns ans große Wasserloch, wo wir aber leider keine Tiere antrafen. Der Ritt war super und um 10 Uhr fanden wir uns am Platz vom Buschfrühstück ein. Dieser ist mitten im Wald und das Buffet ist unter einem großen Baum aufgebaut. Das war mein zweites Buschfrühstück und das erste das ich allein durchführte. Die Halfter für die Pferde, sowie Heu liegen bereit und so können die Pferde fressen, während wir das Frühstück im Busch genießen. Die Anderen waren super begeistert und es gibt alles was das Herz begehrt: Selbst gemachte Brötchen, Eier, Obst, Gemüse, Müsli, Cornflakes, Wurst, Käse, Marmelade, Kaffee, Tee, Saft und sogar gekühlten Sekt. Es ist einfach schön mitten im Busch sein Frühstück zu genießen, dabei die Pferde zu beobachten und tolle Gespräche zu führen. Es herrschte nie Stille und wir hatten alle viel Spaß zusammen. Das war ein sehr erfolgreiches Buschfrühstück. Einer von uns Guides muss das Frühstück immer auf- und abbauen und fährt dort hin mit einer Art Golf-Caddy.

Impala-Herde

Wasserloch

Buschfrühstück

Nachmittags hatte ich wieder das Glück und durfte mit der gleichen Gruppe los. Diesmal hatte ich Stute Waldfee und unser Ritt war total schön.

Nach über 5 Stunden an diesem Tag im Sattel tat mir mein Hintern abends ordentlich weh.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

Sunrise and Sunset

Mittwoch, 08.08.2018

Sundowner im Busch

Um 7.30 Uhr ging es für das Mädel mit der ich schon oft unterwegs war und mir wieder auf einen 2,5 h Ritt. Das ist immer sehr entspannt und wir reden die ganze Zeit. Ich hatte wie so oft Stute Sterni und das Wetter war schön wie immer. Es ist einfach super toll im Sonnenaufgang zu reiten. Es wird immer leichter für mich die Orientierung zu behalten und ich finde auch wieder zurück, wenn ich Wege reite die ich noch nie geritten bin. Es macht total Spaß und fühlt sich nach Selbstständigkeit an, wenn ich Gäste durch den Busch guide. Auch mit der Zeit komme ich gut hin und bin immer rechtzeitig zurück. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich das so schnell hin bekomme. Schließlich ist die Farm 80 Hektar groß. Da muss man sich erst mal zurecht finden, zumal ja alles gleich aussieht.

Nachmittags hatte ich einen Sundowner-Ritt mit dem gleichen Mädel und zwei Italienern. Lisa und ich waren nur zu zweit im Stall und mussten 12 Pferde fertig machen, was ordentlich Stress bedeutete.
Diesmal hatte ich Stute Twinky. Wir ritten gerade gemütlich im Schritt, als plötzlich mit einem Affenzahn Warzenschweine aus einem Loch geschossen kamen und zwischen den Pferdebeinen durch rannten. Wir erschraken uns mehr als die Pferde und lachten laut los. Der zweieinhalb Stunden Ritt war schön und wir trafen uns mit den Anderen am Sundowner-Platz. Von dort aus lassen wir die Pferde immer nach Hause laufen und trinken gemütlich zwei Gin-Tonic bevor es mit dem Auto nach Hause geht. Da wir aber drei Pferde am nächsten Morgen brauchten und wir nie wissen, ob sie rechtzeitig zurück sind, mussten Lisa und ich heim reiten. So trank ich meinen Gin-Tonic in einem Zug aus und schwang mich auf ein anderes Pferd. Lisa hatte noch ein Pferd als Handpferd dabei und so ritten wir los. Wir mussten uns beeilen, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück waren, zumal ich 10 Minuten zu spät zum Treffpunkt gekommen war. Nachdem ich ja davor schon zweieinhalb Stunden (und morgens auch zweieinhalb Stunden) auf dem Pferd saß, tat mir mein Hinterteil ordentlich weh und ich wusste gar nicht mehr wie ich mich hinsetzen sollte. Um es noch rechtzeitig zu schaffen, trabten wir sogar kurz was trotz Handpferd super ging.

Zurück im Stall hatten wir dann noch ordentlich Arbeit vor uns, denn wir mussten die 12 Sättel, Trensen, Satteltaschen, Trinkflaschen, Helme und die ganzen Getränke, Tische und Stühle aufräumen. Ich war richtig froh als wir alles fertig hatten.

Total erledigt und müde fiel ich nach dem Abendessen und einem weiteren tollen Tag ins Bett.

Liebe Grüße
Nadine

Just beautiful

Dienstag, 07.08.2018

Ein weiterer Tag im Busch

Morgens in aller Frühe hatten unser Azubi und ich zusammen einen Ritt mit einer Familie. Alle davon waren Anfänger und so ritten wir eineinhalb Stunden im Schritt durch die Wanderwege. Die Kinder hatten wir am Führstrick und so ging es gemütlich zu. Morgens ist es noch so kalt, dass ich mit drei Jacken los geritten bin. Es war mein erster Anfängerritt den ich geguidet habe und ich war froh, dass es so gut klappte und wir auf die Minute genau zurück kamen. Direkt vor uns auf dem Weg stand ein Gnu das gar nicht weg wollte. Es schaute uns sehr neugierig an und war nur wenige Meter von uns weg. Der Familie gefiel unser Ritt und alle stiegen glücklich von den Pferden.

Nachmittags war ich zweieinhalb Stunden mit Stute Sterni und dem einen Mädel unterwegs mit der ich schon ein paar Mal geritten bin. Bei zwei pferdebegeisterten Mädels steht das Gesprächsthema natürlich schon fest: Pferde! Die Tiere wollten sich an dem Tag irgendwie nicht richtig zeigen, aber wir hatten einen super schönen und entspannten Ausritt.


Mittags wird es dann hier richtig warm und hat auch bis zu 30 Grad. Die Temperaturunterschiede sind echt der Wahnsinn und da muss man sich wirklich dran gewöhnen. Auch die Pferde haben noch ihr dickes Winterfell.

Das war wieder ein sehr schöner Tag im beeindruckenden Namibia.
Hier lebe ich:

Liebe Grüße
Nadine

A ride in the bush

Montag, 06.08.2018

Hilfe wo bin ich?

Morgens hatte ich um 7.30 Uhr wieder einen Ritt mit den total netten Italienern. Die beiden sind so super herzlich und wir unterhielten uns den ganzen Ritt über super, trotz der Sprachbarriere. Ich hatte die Stute Waldfee und es war ein zweieinhalb Stunden Ritt. Vorher schaute ich mir den Weg wieder genau auf der Karte an und war gut vorbereitet. So in der Theorie.

Der Ritt lief anfangs auch super, aber ich verpasste irgendwie eine Abzweigung, sodass ich wieder unbeabsichtigt den ersten Teil der Route weg ließ. Das hieß, dass mir eineinhalb Stunden fehlten und ich zu früh dran war. Somit ritt ich noch eine Ehrenrunde die ich nicht kannte um nicht zu früh zurück zu kommen. Ewig lang kam keine Abzweigung und als dann eine kam, nahm ich diese, obwohl sie nicht mal in der Karte war. Die Berge kamen immer näher und näher was sehr schlecht ist, denn das heißt, dass man von der Farm weg reitet. Gefühlt wollte der Weg nie mehr enden und ich hatte absolut keine Ahnung wo ich mich befand. Es ging nicht links und nicht rechts und mein Herz rutschte mir in die Hose. Wir hätten nach links gemusst, aber es ging einfach nur gerade aus. Ich bekam Panik und mein Herz schlug so laut, dass man es bestimmt hören konnte. Natürlich darf man sich dann nichts anmerken lassen und obwohl ich versuchte mich darauf zu konzentrieren wo ich hin muss, redete ich weiter, sodass die beiden Gäste keinen Verdacht schöpften. Eigentlich kann man sich an manchen Punkten orientieren, aber die Bäume waren so hoch, dass man überhaupt nichts sehen konnte. Ich hatte total Angst, dass ich nie mehr zurück komme, als nach einer Ewigkeit endlich ein Punkt auftauchte der mir bekannt vor kam. Am liebsten hätte ich einen Freudenschrei ausgestoßen und ein Felsbrocken fiel mir vom Herzen. Meine Handschuhe waren vor lauter Aufregung schon nass geschwitzt und ich hatte Magenschmerzen. Leider braucht man von diesem Punkt eigentlich noch eine Stunde nach Hause und wir waren bereits über der Zeit. Wir hätten noch viel Zeit mit Trab und Galopp gut machen können, nur tat der Frau der Rücken weh und somit konnten wir nur Schritt reiten. Mir blieb nichts anderes übrig als die Farm per Walkie-Talkie anzufunken und zu erklären, dass wir zu spät kommen würden. Zum Glück war das nicht schlimm. Insgesamt hatten wir dann eine Verspätung von 40 Min. Den Gästen machte das gar nichts aus, obwohl wir somit über 3 Stunden auf dem Pferd saßen. Die Beiden bedankten sich ganz herzlich für den tollen Ritt und sagten ihnen hätte es viel Spaß gemacht. Na wenigstens etwas. Zum Glück hatten sie nichts bemerkt. Ich musste mich erst mal wieder sammeln und den Schock verdauen. Nach dem Füttern war wie immer Pause und ich hatte Zeit mich von dem Schrecken zu erholen. Der eine Italiener hat eine Pulsuhr die ihm verriet, dass wir bei jedem Ritt durchschnittlich 20 km weit reiten. Da ist die Gefahr schon groß, dass man sich verreitet.

Gnus

Heulieferung

Nachmittags hätte ich eigentlich einen eineinhalb Stunden Ritt, mit der Mutter und Tochter mit denen ich schon mal geritten bin, gehabt. Und eigentlich hätte ich am Tag darauf frei gehabt. Ich wurde gefragt, ob ich den freien Tag verschieben kann, weil so viel los ist. Da man hier sowieso nichts machen kann, stimmte ich zu und durfte als „Belohnung“ den Ritt mit dem Italiener haben. Die Frau ging diesmal wegen ihrem Rücken nicht mit. Diesmal waren wir nur eineinhalb Stunden unterwegs und ich bin einen Weg geritten bei dem ich mir sicher war, dass ich ihn gut kenne. Einmal so eine Aufregung am Tag reicht. Es war richtig cool und wir sind auch einige Male galoppiert. Nur hatten es der Italiener und sein Pferd ein bisschen eilig und überholten uns im Galopp. Er wollte ein Rennen machen, aber das wollte ich nicht. Das war ihm egal und er gab ordentlich Gas und meine Sterni galoppierte hinterher. Ich sagte ihm, dass wir durchparieren müssen, weil ich weiter vorne Lauras Gruppe mit lauter puren Anfängern sah. Irgendwie hörte er nicht und obwohl ich schon im Schritt war, galoppierte er weiter. Zum Glück konnte er noch rechtzeitig stoppen und ich war nicht so begeistert.
Als wir schon fast zurück waren, sahen wir eine riesige Herde Gnus die ganz nah war. Und plötzlich im Busch trafen wir auf Giraffen. Dabei waren auch zwei Babys die wirklich süß sind. Das war das erste Mal, dass ich Giraffen sah als ich allein geguidet habe. Wir sind zwischen den riesigen Tieren durch geritten und diese ließen sich wie immer nicht stören. So nah bin ich noch nie an Giraffen dran gekommen. Giraffen zum Anfassen vom Pferd aus – ein Traum wird wahr ! Das war total schön.

Der Ritt war nochmal ein krönender Abschluss für den Italiener der am nächsten Tag abreist. Er bedankte sich bei uns allen im Stall mit einem Trinkgeld und auch seine Frau kam nach dem Ritt um sich mit einer Umarmung zu verabschieden.

Babygiraffen

Man merkt, dass es langsam wärmer wird. Nachts brauche ich keine Wärmflasche mehr und es hat auch keine Minusgrade mehr. Morgens ist es schon noch ordentlich frisch und ich brauche drei Jacken, aber man merkt, dass der Sommer kommt.

So war das also wieder ein Tag wie im Bilderbuch und ich freue mich total, dass ich so meine Träume verwirklichen kann.

Liebe Grüße
Nadine