Hit the road

Donnerstag, 29.10.2015

Zum Glück kam nachts kein Ranger, weil campen hier eigentlich verboten ist. Als um 7 der Wecker klingelte, war ich froh. Wenn man immer Angst haben muss, dass jemand kommt ist das echt nicht cool.
Als wir schon eine Weile wach waren, fuhr ein Ranger her, aber der drehte gleich wieder mit dem Auto um und weg war er, puuh!
Das zusammen schlagen des Nachtquartiers dauerte eine ganze Weile, zumal ich mit Spanngurten alles auf dem Dach festschnallen musste und da nicht so der Profi drin bin 😉 Das Frühstücksgeschirr spülte ich im Meer.
Der Tagesausflug ging in das direkt daneben gelegenen Sea Acres Rain Forest Centre im Nature Reserve.
Für 8$ Eintritt bekamen wir eine 2 stündige, ausführliche Führung durch den Regenwald nur mit zwei anderen Leuten. Zu dieser kamen wir gerade rechtzeitig. Der Guide „Peter“ erklärte uns viel zu den Tieren, Pflanzen, Symbiose usw. Das Highlight war definitiv eine große Python direkt am Wegesrand.
Eine lange MC Donalds WLAN-Session folgte und dann ging’s endlich los nach Coffs Harbour.
Die 2 Stunden Fahrt zogen sich ewig, zumal es überall Baustellen gibt und sich 40, 60 und 80 km/h Schilder die Hand geben.
Wieder im MC suchten wir uns mit Hilfe der App Wiki Camps einen Parkplatz. Dieser war am Meer, aber nicht so schön wie der Letzte und vom Auto aus hatte man keinen Meerblick. Ich bin eben nach einem Tag schon verwöhnt 😀
Gemütlich saßen wir da an den Tischen und wollten den Gaskocher ausprobieren. Dass man dafür studiert haben muss, hat mir vorher keiner gesagt. Eigentlich ist mein englisches Verständnis gut, aber bei der Anleitung verstand ich nur Gaskocher. Eine halbe Ewigkeit experimentierten wir damit herum (zum Glück ist nix explodiert). Ich fühlte mich ein bisschen wie in Chemie in der Schule nur dass ich da wusste, dass nichts passieren kann. Drei nette Aussies in den Dreißigern kamen und wollten uns helfen. Selbst diese verstanden die Anleitung nicht. Der Typ und die zwei Mädels waren aber weitaus intelligenter als wir und nach weiteren 15 min. hatten wir endlich eine Flamme und konnten unsere Fertignudeln „genießen“ (oder auch nicht genießen).
Gemütlich wars dann als wir im Auto saßen, bis ich plötzlich fast einen Herzstillstand bekam. Ein Polizeiauto fuhr her. Das Campen war hier wieder verboten. Die Polizisten standen eine Weile quer vor meinem Auto und fuhren wieder weg. Ich fragte mich, ob sie mir einen Strafzettel an meine Adresse schicken würden. Eine Umfrage bei Freunden und bei Facebook brachte mich nicht weiter. Wir gingen aber davon aus, dass sie nochmal kommen werden. Leider hatten alle Campingplätze in der Umgebung bereits geschlossen und wir fanden nichts anderes. 20 min. weit weg gabs was wo man legal und kostenlos hin konnte.
Beim raus Fahren aus dem Parkplatz sahen wir weiter hinten einen Campervan. Ich klopfte an die Türe und bekam ewig keine Antwort. Auf Englisch fragte ich ins Dunkle hinein, ob jemand wüsste was die Polizei hier tut. Auf Deutsch bekam ich die Antwort, dass die nichts Bestimmtes wollten. Die zwei Jungs Lukas und Lasse aus Südtirol und Schleswig-Holstein wollten ebenfalls dort übernachten. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so entschieden wir uns doch dort zu bleiben. Ok, zugegebener Weise war das angebotene Bier zu verlockend 😉 und ein bisschen Nervenkitzel gehört auch zum Reisen. Wir saßen noch bis spät in die Nacht da und quatschten.

Am nächsten Tag wollten sie uns das Surfen beibringen und haben sogar zwei Surfboards. Und das obwohl sie beide erst ein Mal surfen waren 😉 sie meinten wenn die Polizei kommt, solle ich einfach die Strafe nicht bezahlen, aber sowas mache ich nicht. Der Plan war dann, dass wir hinter den beiden parkten und sie mich anriefen, falls die Polizei käme. So lange man wach ist, kann einem nämlich keiner nachweisen, dass man „campt“.
Sehr spät gingen wir ins Autobett mit dem Gedanken die Polizei könne jederzeit wieder kommen und uns falls wir schliefen einen Strafzettel über 300$ verpassen.

Ängstliche Grüße
Nadine

So sind wir morgens aufgewacht

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Regenwald

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Schlange

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Gaskocher

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Strand von Coffs Harbour

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The Sea as a new home

Mittwoch, 28.10.2015

Um 7 wollten wir los. Eigentlich. Bis wir das gaaaaaaanze Gepäck im Auto verstaut hatten war es 9.
Kurze Verabschiedung von unserem Chef, Morgan und Dani. Dann von den Pferden und Hunden. Unsere Chefin war noch nicht zurück.
Das letzte Mal aus dem Hof raus fahren. Die Vorfreude auf den Roadtrip überwiegt ganz klar den Abschiedsschmerz. Ich lasse beim raus fahren die schwere Arbeit und den vielen Stress hinter mir. Fast zweieinhalb Monate war dies mein Zuhause. Ich hatte mich an unseren schimmligen Küchencontainer und an den alten, verratzten Wohnwagen gewöhnt.
Zuerst mussten wir über ultra schmale Serpentinenstraßen fahren und ein paar Mal hatte ich Angst, dass ich mit meinem großen Auto nicht an den Anderen vorbei passe. Ich war froh als wir endlich auf dem Highway waren.
Die 5 stündige Fahrt verlief gut und Aylin schlief ein bisschen. Ich war zum Glück top fit.
Der erste Stopp auf der Reise war der MC Donalds in Port Macquarie. Dort war ich mit Papa und Oma bereits.
Aylin zeigte ich das Koala Hospital und sie fand die kleinen Bärchen genau so süß wie ich. Die Fütterung um 3 ließen wir uns nicht entgehen.
Dank der App Wiki-Camps, die sehr hilfreich ist, machten wir ein Nachtquartier ausfindig. Direkt am Strand an einer schönen Bucht gelegen. Die App verrät einem Campingplätze, kostenlose Parkplätze, Duschen und vieles mehr.
Leider hab ich meinen Campingtisch auf der Farm vergessen und wir fuhren ins Bauhaus um einen Neuen zu erwerben. Die 30$ waren mir aber zu teuer und somit muss es ohne Tisch gehen.
Gleich am ersten Abend „cheateten“ wir und kauften uns eine Dominos Pizza. Naja, der Gaskocher kommt noch oft genug zum Einsatz.
Als wir an unserem Nachtquartier am Strand saßen, Pizza aßen, ein Bier tranken, den Wellen lauschten und die Surfer beobachteten, wusste ich (mal wieder) wofür ich lebe. Ich genieße es einfach so sehr und dies war wieder ein totaler Moment von Freiheit. Einfach tun worauf man Lust hat. So stelle ich mir mein Leben vor und es hätte nichts Schöneres für mich geben können.
An dem Strand kommen total viele Leute mit ihren Hunden und mit einem netten jungen Mann kam ich ins Gespräch, weil er neugierig war woher wir sind.
Nachdem es draußen zu windig war, krabbelten wir ins Auto und schliefen glücklich und zufrieden ein.

Grüße vom Roadtrip
Nadine

 

Abschiedsbild

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Käsekuchen mit Vanilleeis

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Tschüss Lieblingspony

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Aylin und ihr Lieblingspferd

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Packen: Aylin und ihr Zeug und ich mit meinem Berg

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Joey sucht die Maus

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letztes Bilder der gesamten Farm

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geringer Größenunterschied

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Gutes Poolwasser

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Tschüss big boy Dan

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Tschüss Joey

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Bye bye Stumpy

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Unser Nachtquartier

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Abendessen

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Why starting a world-trip

Warum eine Weltreise starten?
Warst du jemals vom Leben gelangweilt? Die selbe tägliche Routine, die selben Leute, die selbe Arbeit, die gleichen Clubs am Wochenende, arbeiten bis zur Rente mit über 60? Das war nicht wirklich das, was ich machen wollte. Für mich wurde es Zeit was zu ändern. Es war definitiv keine einfache Entscheidung, aber ich bin sehr froh es getan zu haben! Ich kündigte meinen sicheren Job in Deutschland und startete eine Weltreise. Seit März 2015 reise ich und ich könnte mir nichts Besseres vorstellen. Ich habe die Tempel in Thailand gesehen, hab einen Vulkan in Indonesien bestiegen, bin in einer Lagune in Laos geschwommen, hatte eine großartige Aussicht von einem der höchsten Gebäude der Welt in Malaysia, habe das “Regel-Land” Singapur besucht, gezockt und Silvester in Las Vegas verbracht, ein Känguru in Australien gestreichelt und ich will noch viel mehr erleben. Meine bucket-list ist endlos und ich denke noch nicht darüber nach nach Hause zu gehen.
Ich liebe was ich momentan mache. Für mich ist es die Freiheit die ich immer wollte. Es ist einfach unglaublich genial einfach zu tun worauf man Lust hat, zu Reisen wohin man will, Pausen zu haben wann man es braucht, alles zu erkunden was man sieht und für mich heißt das, dass ich total zufrieden damit bin.
Ich reise allein und ich werde sehr oft gefragt ob das gefährlich ist. Ich sage: Nein überhaupt nicht! Sogar in Süd-Ost-Asien bin ich nachts allein von der Disco heim gelaufen und ich habe mich immer sehr sicher gefühlt. Wenn man keinen dummen Sachen macht ist das allein Reisen als Frau gar kein Problem. Es gibt Vor- und Nachteile vom Reisen allein. Wenn man allein ist, trifft man auf jeden Fall mehr Leute, man ist flexibler und man kann sich den Leuten anschließen die man mag. Ich habe schon oft von Leuten gehört die eine Reise zusammen begonnen haben und sich nach nur ein paar Wochen getrennt haben. Wenn dein Reisepartner vom gleichen Land ist, sprichst du oft nur die eigene Sprache und kannst dein Englisch nicht so schnell verbessern als wenn du allein reist.
Zu Hause habe ich als Mediengestalterin gearbeitet und das ist sehr nützlich. Mein großer Traum ist dass ich irgendwann meinen Lebensunterhalt mit bloggen über meine Reisen verdienen kann. Ich liebe meinen Beruf sehr und es wäre sehr gut, wenn ich Internetseiten von der ganzen Welt aus erstellen könnte. Ich liebe es zu bloggen, wenn ich im Korallenmeer sitze oder in einem Pool in Australien bade.
Ich würde es jedem empfehlen zu Reisen. Man wächst mit seinen Erfahrungen, wird stärker, man lernt alles allein zu machen und wenn man durch Süd-Ost-Asien mit dem Bus gereist ist, kommt man überall zu Recht 😉 Jeder der ein bisschen Geld überig hat sollte Reisen und das Leben genießen.
Ich liebe das Zitat: “Traveling is the only thing you can buy that makes you richer”.

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Nadine

Last day

Dienstag, 27.10.2015

Da ich genau an meinem Geburtstag ein sehr gutes Jobangebot bekommen habe und Aylin ein paar Tage später ebenfalls auf einer anderen Farm, entschieden wir uns zu „kündigen“. Jenny reagierte gelassen, als wir es ihr letzte Woche mitteilten. Wir sollten jedoch jemanden Neuen suchen und könnten davor nicht gehen, so die Aufforderung.
Ich fange am 5. November in einem Rennpferdestall in Kumbia in Queensland an und freue mich total darauf. Um die freie Zeit bis dahin zu genießen, beschlossen Aylin und ich vorher einen Roadtrip zu machen. Da die Jobs an der Ostküste liegen bietet es sich an dort entlang zu fahren. Das habe ich zwar schon mit Oma und Papa gemacht, allerdings im Schnellverfahren.
Am Dienstag hatten wir dann also unseren letzten Tag und es regnete. Während wir die Paddocks abmisteten wurden wir schön nass. Andrew wollte reiten und im strömendem Regen sattelte ich das erste Pferd. Zum Glück hörte der Regen dann auf.
Als alle Pferde geritten waren, konnten wir schon um 2 in die Pause.
Wir freuten uns früh packen zu können, aber unser Chef gab uns Extraaufgaben. Wir sollten eine Tränke putzen und mussten noch Dinge die am Vormittag liegen geblieben waren erledigen, wie Misteimer einsammeln und ausleeren, fegen und 2 Pferde aufs Laufband stellen. Die Tränke machten wir nicht, weil das ein Riesenaufwand ist, man nass wird, es kalt war und wir diese erst vor 2 Wochen gemacht hatten. Außerdem hatten wir die Tage davor schon sehr viele Tränken gemacht.
Das letzte Mal ritt ich danach mein Pony und war traurig, dass ich ihn bald nicht mehr sehen werde. Da er gestern gestanden ist, es windig und kalt war, hat er sich oft erschreckt und war ziemlich motiviert 😉 Das kenne ich aber von ihm und es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Ich war gerade im Galopp als Andrew mit dem Auto am Reitplatz hielt. Das neue Mädchen das wir über Facebook gefunden haben, würde bald am Bahnhof ankommen und eigentlich wäre es unsere Aufgabe gewesen sie abzuholen. Halt ! Davon war mir nichts bekannt. Außerdem sehe ich es nicht ein, mit meinem Auto 80 km zu fahren und so lang unterwegs zu sein, wenn ich eh schon im Packstress bin. Erst sollen wir jemanden organisieren der hier arbeitet und das Mädel dann auch noch abholen.. Zum Glück fuhr Andrew und bevor er sich davon machte, fragte er, ob überhaupt Platz für das Mädel sei. Ich betonte, dass Aylin und ich seit 2 Tagen zusammen in einem Wohnwagen schlafen und die neue mit Dani in einem Wohnwagen muss.
Die Französin „Morgan“ war sehr nett und wir vier verstanden uns super. Andrew meinte dann, dass einer von uns noch mit ihr in den Supermarkt fahren soll. Ja klar, ich muss packen und dann auch noch in den Supermarkt fahren. Zum Glück erklärte sich Dani bereit am nächsten Tag zu fahren.
Das Schlimmste stand mir noch bevor: Packen ! Ich hasse es und selbst nachdem ich nun schon sooo oft gepackt habe, bekomme ich keine Struktur rein. Aylin war nach 5 min. fertig und hatte einen großen und einen kleinen Rucksack. Ich war nach einer Stunde immer noch mitten im Chaos. Da ich ja nun schon seit Mai in Australien bin, hat sich einiges eingesammelt. Mit einem großen, einem kleinen Rucksack, 5 Taschen und einer großen Essenstüte hatte ich unglaublich viel Zeug. Das Einladen des Autos verschob ich auf den nächsten Morgen.
Es kam nämlich „Home and away“ im TV und ich bin süchtig nach dieser australischen Soapserie. Danach kam die Entscheidungsshow von X-Faktor und das wollte ich auch nicht verpassen.
Erst ganz spät legten wir uns beide schlafen und die letzte Nacht auf der Farm brach an.

Liebe Grüße
Nadine

 

Hofhund Dan

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Unser schimmliger Küchencontainer

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Unsere Wohnwagen

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Wohnwagen von innen

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Aylin auf dem Quad

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Pferde füttern

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Teich neben unseren Wohnwagen

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unsere Wäsche

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Brissie auf Hochglanz

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Aylin beim Füttern

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Hofhund Joey

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Hofhund Stumpy

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Traktor

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Aylin macht Fotos

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Travelling makes friends

Montag, 26.10.2015

Schon früh ging’s mal wieder an unserem freien Tag in die Stadt.
Sydney hat ja sehr viel zu bieten und so finden wir jedes Mal etwas Neues das wir unternehmen können.
Am Circular Quay war Endstation für uns mit dem Zug. An einem Imbiss kauften wir uns Veggieburger und setzen uns ans Meer. Leider mussten wir uns unser Essen mit Tieren teilen. Eine sehr freche Möwe flog vorbei und klaute Aylins Hamburgerdeckel. Zwei riesige Vögel mit langen, schwarzen Schnäbeln schlichen sich ganz hinterlistig heimlich von hinten an und wollten auch die Burger probieren. Das sorgte für Lacher bei den Leuten um uns herum.
Neben uns war ein Aborigini der sein Digeridoo dabei hatte. Er saß nur da und in seinen Hut schmissen viele Leute Geld. Ich kam mit ihm ins Gespräch. Er erzählte, dass er bereits in Osnabrück war, um zu reiten. Dieses Jahr fliege er nach Rio um auch Pferde zu besichtigen. Waaaas? Ein Aborigini der nach Deutschland fliegt um zu reiten? Sehr außergewöhnlich !
Die Fähre brachte uns zum Watson Bay. Das ist wie der Name schon sagt eine Bucht von Sydney. Die halbstündige Fahrt war schön, aber leider war es ziemlich bewölkt. Für die Menschen hier ist Schiff fahren wie für andere Bus. Es gibt sowas wie Bushaltestellen an denen u.a. viele Geschäftsleute die Fähre betreten.
In Watson Bay setzen wir uns in das Restaurant „Beach Club“ und genossen den Blick auf den kleinen Strand. Plötzlich fing es sehr heftig an zu stürmen und wir flüchteten ins Innere. Draußen tobte ein Sturm und alles flog wild durcheinander.
Nach einer Weile kamen Quentin und sein Freund. Ihn hab ich im März in Bangkok kennen gelernt, im April in Vang Vieng zufällig wieder getroffen und diesmal haben wir uns in Sydney verabredet. Alle vier unterhielten wir uns super und es gab viel zu erzählen.
Wir suchten leider vergeblich den Leuchtturm und es war bewölkt, aber wir liefen noch eine Weile durch den „Sydney Harbour National Park“ und hatten viel Spaß.
Sarah von der Farm hatte uns eigentlich zu sich nach Hause eingeladen, weil sie in Watson Bay wohnt, aber irgendwie hat es nicht geklappt, weil sie noch unterwegs war.
Mit der Fähre ging es nach einem tollen Tag zurück aufs Festland und dann trennten sich unsere Wege für diesen Tag.
Wir Mädels machten noch nen Shoppingausflug ins Queen-Victoria-Building, schnorrten WLAN im MC und gönnten uns eine Falaffel am Imbiss.
In Windsor kauften wir im Woolworths viel Essen für unseren Roadtrip und waren erst um 11 zurück auf der Farm. Leider verpasste ich somit Home and away und X-Faktor 😦
Dani war noch wach und bot uns was von ihrem Vodka Strawberry an.
Ich machte es mir auf der Eckbank im Wohnwagen gemütlich die erstaunlich bequem ist und Aylin bekam wieder mein Bett. Viel zu spät schliefen wir ein.

Grüße vom schönen Watson Bay
Nadine

Das Essen mussten wir teilen

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großes Schiff

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Watson BayIMG_2374 (FILEminimizer) IMG_2375 (FILEminimizer) IMG_2378 (FILEminimizer)

Quentin und ichIMG_2379 (FILEminimizer) IMG_2381 (FILEminimizer) IMG_2386 (FILEminimizer) IMG_2388 (FILEminimizer) IMG_2395 (FILEminimizer) IMG_2396 (FILEminimizer)

Meer-Selfie

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Harbour-Bridge

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sehr windig

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Oper

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Quentin am chillen

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Quentin, ich, Aylin und Nico

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Aylin und ich

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Vodka von Dani passt zu meiner Hose

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Final week

Dienstag, 20.10. – Sonntag 25.10.2015

Eigentlich hätte die Woche ganz entspannt werden können. Ja ok, hätte, wäre, wenn….
Nach unserem freien Tag mussten wir gleich wieder ranklotzen. Andrew ist zwar nicht geritten, aber das bedeutete für uns alle Pferde aufs Laufband zu stellen. Unsere Extraaufgaben von Jenny waren dann Gamaschen und Sattelzeug putzen, Tränken putzen, Gartenarbeit, Pool sauber machen, Schuppen entstauben und aufräumen und vieles mehr. Andrew sagte uns ja, dass wir mehr Heu füttern sollen, weil wir zu wenig geben würden. Da die Pferde es nicht essen, sollen wir es oft zusammen rechen und auf die Miste bringen. Das nenne ich Verschwendung. Auch mussten wir einigen Pferden mehrere Tage hintereinander ein „Show-Shampoo“ geben, obwohl diese nur Freizeitpferde sind und eigentlich gar nicht schön sein müssen. Das dauert ewig und alles wird gründlich geputzt und einshampooniert. Es war so kalt, dass es doof war, dass man danach total nass ist.
Abends habe ich gerade Sprachnachrichten mit Deutschland hin und her geschickt, als mir plötzlich ein lautes „uaaaah“ raus rutschte. Ich lag schon im Bett und direkt neben mir eine riesige Spinne. Eigentlich habe ich keine Angst vor Spinnen, aber hier weiß man ja nie ob diese giftig sind. Auch die Google Suche und eine Facebook-Umfrage ergaben nichts Neues. Als ich meiner Chefin ein Bild schickte, schrieb sie zurück, dass die Spinne nicht giftig sei. Wie ich durch Facebook später erfuhr, handelte es sich um eine Huntsman. Ich schob das fette Tier mit einem Tempo in einen Schuhkarton und setzte sie vor die Wohnwagentür. In dieser Nacht schlief ich erst um 1 ein, weil ich dachte, dass die Spinne wieder kommt und ich bis dahin noch nicht sicher wusste, ob sie wirklich nicht giftig war. Huntsman können beißen und das ist wie wenn man von einer Biene gestochen wird, aber richtig giftig sind sie nicht.
Am Mittwoch waren unsere Chefs ungewohnt freundlich zu uns. Meine harten Worte letzte Woche haben wohl was gebracht. Auch an diesem Tag ist unser Chef nicht geritten und alle Pferde gingen auf das Laufband. Zum Glück fuhren auch noch beide Chefs nachmittags weg. Wir sollten den großen Turnier-LKW putzen und taten das auch ganz gründlich. Da das Putzzeug so geschickt da stand, nutzte ich das aus und Brissie wurde mal wieder auf Hochglanz gebracht. Aylin half mir und wir schrubbten kräftig was das Zeug hielt. Mein geliebtes Auto ist nun wieder total weiß und wie neu. Den restlichen Tag ließen wir es ruhig angehen, weil ich noch ziemlich kaputt vom Turnier war.
Donnerstags verließen uns zwei Zuchtstuten. Diese wurden zuvor getrimmt, also die Haare an Ohren, Gesicht und Beinen gekürzt. Die eine Stute wollte das sich aber partout nicht machen lassen. Jenny stellte sich vor sie und wollte die Nasenbremse drauf machen. Das große, starke Tier rannte sie aber einfach um und unsere Chefin lag am Boden. Andrew kam und da die Stute sein Lieblingspferd ist, sagte er: „armes Pferd, was macht die mit dir?“ und lachte meine am Boden liegende Chefin aus. Diese musste mit lachen, sagte dass „sein“ Pferd sehr frech zu ihr sei und auf einmal mussten wir alle drei lachen was das Zeug hielt. Dann versuchte es Andrew mit der Nasenbremse, aber auch bei ihm war die Stute stur. „Arme Stute“, sagte dann Jenny und es herrschte wieder Gelächter.
Zum Glück waren die Pferde dann eine Stunde später weg und Andrew mit ihnen.
Ohne irgendwelche Vorwarnung stand am Freitag morgen plötzlich ein Mädel da. „Dani“, stellte sie sich vor. Sie war bereits für sehr lange Zeit hier gewesen, wieder nach England geflogen und sei nun für ihr 2. Jahr in Australien. Ohne, dass Aylin und mir was gesagt wurde, beschlossen unsere Chefs, dass eine von uns sich mit Dani einen Wohnwagen teilen sollte. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. In beiden Wohnwagen gibt es nur kleine unbequeme Eckbänke und dann sollten wir mit einer fremden Person auf engstem Raum schlafen. Dani teilte uns das mit und die Chefs hielten nicht mal für nötig es uns selbst zu sagen. In der Küche hat es außerdem fast keinen Platz um dort zu 3. zu essen.
Dani quartierte sich dann aber ihre ersten beiden Nächte im Gästezimmer im Haus unserer Chefs ein und zog dann erst zu uns. Die 3 restlichen Nächte konnten wir uns damit arrangieren, zumal Dani nett zu uns war. Aylin schlief bei mir, bekam mein Bett und ich schlief auf der Eckbank, was ganz ok war.
Am Tag als Dani kam, brachten wir wie jeden Morgen 2 Pferde zum Anbindeplatz um diese auf das Laufband zu stellen. Ein Pferd wieherte und wir guckten, aber es war alles ok. Unsere Chefin kam im Bademantel aus dem Haus gefegt und war total aufgeregt. Sie könne bei dem Wiehern gar nicht mehr schlafen (er hat ein Mal gewiehert und war sonst gelassen) und was uns denn einfallen würde beide Pferde mit zum Anbindeplatz zu bringen. Ja das mache ich seit 2 und halb Monaten jeden Tag so?! Das könne ja gar nicht sein das habe sie noch nie gesehen. Später stellte sich heraus, dass der Wallach gewiehert hatte, weil die Zuchtstuten gegenüber jetzt nicht mehr da waren. Auf jeden Fall sagte Jenny dass der Wallach sich verletzen würde und wir schnell das eine Pferd zurück bringen sollten. Gesagt getan. Dann sagte sie, dass morgens das Misten auch viel wichtiger wäre als das Laufband und eine halbe Stunde fragte sie, warum denn kein Pferd auf dem Laufband wäre. Logik ?
Beim Arbeiten wurde ich sofort zum Azubi downgegraded. Meinen Job die Pferde zu satteln übernahm Dani und ich musste statt dessen Hivi-Jobs erledigen. Naja dachte ich, die paar Tage halte ich auch noch aus. Zumindest geht zu 3. alles schneller, was natürlich nicht hieß, dass wir früher fertig waren.
Aylin und ich mussten ganz viele Stöcke von einem Zaun entfernen die ursprünglich da waren um diesen zu verschönern. Mit einem Seitenschneider sollten wir die vielen Drähte durchschneiden und dann das ganze Holz mit dem Quad neben die Miste bringen. Außerdem waren unsere Aufgaben Unkraut zu zupfen und viele andere Kleinigkeiten machen.
Mit Dani verstanden wir uns sehr gut. Sie ist total nett.
Am Freitag startete ich pünktlich um halb 8 die Paddocks abzumisten. Dani hatte bereits 4 gemacht. Als wir fertig waren ging sie ins Haus, unsere Chefin kam raus und meinte dass Dani ja nun viel mehr Paddocks gemacht hätte und das unfair wäre. Ja soll ich jetzt auch um 7 da stehen ? Als „Ausgleich“ musste ich alle Kübel zur Miste bringen und leeren. Das ist viel schwerer als die Paddocks machen und allein sehr schwer. Da mache ich lieber alle Paddocks.
An einem Abend regnete es viel und wir wollten mit Füttern warten bis der Regen weniger wurde. Leider wurde er gerade stärker als wir mitten drin waren.
Das war also unsere letzte Woche auf der Farm.

Liebe Grüße
Nadine

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A little bit philosophy

Das Leben ist nicht immer leicht. Auch nicht in Australien. Vor allem hier auf der Farm 😉 Da ich nicht mit einer rosa-roten Brille herum laufe, wusste ich das aber vorher schon. Da bin ich realistisch.Viele Leute bemitleiden mich, wenn ich sage, dass ich mal einen schlechten Tag hatte oder hier sehr hart arbeiten muss. Ich persönlich finde, dass man das alles unter „Erfahrungswerte“ abstempeln kann. Schlechte Erfahrungen gehören genau so dazu wie Gute auch. Man hat genau so mal einen schlechten Tag auf einer Weltreise wie zu Hause auch. Es gab noch keinen Punkt, an dem ich mich nach Hause gewünscht hätte oder dachte: „Mann, warum bist du hier und hast das angefangen?“
Viele Leute die ich getroffen habe die allein reisen waren schon oft an einem Tiefpunkt, weil sie sich einsam gefühlt haben. Außer in den paar Tagen nachdem Papa und Oma gegangen sind und ich ganz allein auf der Farm war hatte ich das noch gar nicht. Ich bin einfach so dankbar, dass ich diese Reise machen kann, jeden Tag an neuen Erfahrungen gewinne und ich genieße jede einzelne Sekunde mit Leib und Seele. Es kann nie alles im Leben perfekt laufen. Auch auf Reisen nicht. Aber das macht einen stärker. Selbstbewusster. Man lernt schöne Momente mehr zu genießen. Von jeder negativen Erfahrung nimmt man was Positives mit.
„Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“
Ganz nach diesem Motto lebe ich und freue mich außerdem auch, über die wirklich wichtigen Dinge. Dass ich gesund bin, dass ich jeden Tag etwas zu Essen habe, dass ich so viele tolle Menschen kenne und dass ich einfach mein Leben leben kann so wie es mir gefällt. Wenn man dankbar für die selbstverständlichen Dinge ist und sich nicht an Kleinigkeiten aufhängt, macht das Leben viel mehr Spaß.
Außerdem bewundern viele Leute meinen Mut meinen Job gekündigt zu haben und allein in so ein großes Abenteuer gestartet zu sein. Mir kam das irgendwie immer so „selbstverständlich“ vor. Jedenfalls bin ich überglücklich hier zu sein und eine Rückkehr in naher Zukunft ist nicht geplant 🙂

Das Leben genießende Grüße
Nadine

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In the city again

Montag, 19.10.2015

Wir hatten unseren freien Tag und machten wie immer einen Ausflug in die Stadt.
Auf dem Weg nach Windsor fuhr ich mit der richtigen Geschwindigkeit und wurde von einem Polizeiauto überholt. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, aber die wollten wohl einfach nur schneller fahren (waren aber nicht im Einsatz). Vor Kurven steht hier immer eine Geschwindigkeit. Ich weiß nie, ob man die auch einhalten muss und fürs zu schnell fahren auch eine Strafe bekommt. Bei vielen Kurven steht z.B. 35 km/h dran, aber da kann man ganz ohne Probleme locker mit 60 durch fahren.
In der Stadt liefen wir erst zu Aylins Reiseorganisation und holten ihre Briefe ab.
Wir fanden einen sehr coolen, unordentlichen 1$-Laden und verbrachten dort viel Zeit mit Stöbern.
Dann waren wir in 2 Reisebüros und ich informierte mich über Inlandsflüge im Februar wenn meine Tante kommt. Diese wollten statt den von mir ausgerechneten 400$, ganze 700$, also buchte ich die Flüge selbst. Da bin ich ja mittlerweile Vollprofi drin und machte total gute Schnäppchen.
Lange suchten wir was zu Essen und landeten in einem guten Sandwich Restaurant, wo Aylin schon mal war.
Ein bisschen waren wir noch shoppen und ich zahlte mein Geld bei der Bank ein.
Der obligatorische MC Donalds Ausflug fand gleich danach statt. Wir beiden Vegetarier gönnten uns nur einen Nachtisch. Leider gibt es hier keine Veggieburger.
Aylin kaufte in einer deutschen Bäckerei ein gutes Brot für 6$ das wir in der kommenden Woche essen können.
Im Supermarkt in Windsor hatten wir total viel Spaß, tanzten, sangen laut zu den Liedern mit und hatten viel Spaß. Ich gehe sehr gerne einkaufen und freue mich immer auf den nächsten Besuch im Woolworths.

Grüße aus dem wunderschönen Sydney
Nadine

 

Weihnachtszeug im Supermarkt

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Show 2nd

16.-18.10.2015

Freitags um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker und um 5 standen wir vor dem ersten Paddock. Die Pferde schliefen noch und da es kein Licht gibt, mussten wir sie in den großen Paddocks mit der Taschenlampe suchen. Alle 9 Vierbeiner wurden nacheinander von uns „eingesammelt“ und zum Anbindeplatz gebracht. Morgens kommen alle Decken runter, die Halfter werden gegen pinke Knotenhalfter ausgetauscht und dann werden alle Sportler in den großen LKW verladen. Dort gehen sie von allein rein. Es ging gerade schon langsam die Sonne auf, als wir die Farm verließen. Aylin blieb da um sich um die restlichen Pferde zu kümmern. Wir hatten ein Pony von Kunden dabei und dessen Sattelzeug war in deren Anhänger. So musste ich diesen mit dem Ute (Auto) ins 1 Stunden entfernte Richmond ziehen. Das war schon das erste Hindernis. Ich bin seit Ewigkeiten kein Schaltauto gefahren, dann muss man noch mit der linken Hand schalten und der Hänger ist so groß, dass man in Deutschland dafür bestimmt einen Lastwagen-Führerschein bräuchte. In Australien muss man keinen Hängerführerschein machen. Die Straßen sind sehr schmal und kurvig und obwohl mein Chef gesagt hat er fährt langsam (er fuhr ja den großen LKW) war er ziemlich zügig unterwegs. Ich fand nie den dummen 3. und 4. Gang und man musste in den Serpentinen total oft schalten. Das Auto muss man außerdem sehr hoch drehen lassen, dass er den schweren Hänger ziehen kann. Wenigstens war eine PINK!-CD drin und da ich totaler PINK!-Fan bin, konnte ich jedes Lied lauthals mitgrölen und meine Laune wurde aufgehellt.

An einer Ampel dachte ich Andrew vor mir bleibt stehen und obwohl er noch locker bremsen hätte können, fuhr er bei dunkelrot drüber. Ich machte das natürlich nicht nach, zumal auch schon aus der Gegenrichtung Autos kamen. Als ich grün hatte, war von Andrew nichts mehr zu sehen. Es gab viele Stellen an denen er problemlos warten hätte können, aber er tat es nicht. Ich hielt an einer Tankstelle und rief meine Chefin Jenny an. Diese war mit einem anderen Anhänger mit 2 Pferden später los gefahren. Sie sagte mir wo sie vorbei fährt und ein paar Minuten später reihte ich mich hinter ihr ein. Kurz vor dem Turnier verfuhr sich Jenny und wir landeten mitten im Wald. Die Straße war so schmal, dass gerade so der ein Hänger drauf passte. Irgendwann fanden wir zum Glück den Turnierplatz.

Obwohl es noch früh morgens war, herrschte auf dem Parkplatz der Show schon reger Trubel. Einige sind von weit her angereist und waren schon über Nacht da. Wir fanden einen geschickten großen Parkplatz für uns alle und luden die Pferde aus.

Erst wurden alle Vierbeiner an Strohschnüren am LKW festgebunden, dann gabs Wasser, Heu und Futter für alle. Wie beim letzten Mal auch schon, waren die Sportler alle sehr entspannt und ich glaube für die ist das Turnier was schönes. Es herrschten schon morgens schweißtreibende Temperaturen und das Wasser schleppen fiel mir sehr schwer. Den Pferden hängte ich ab und zu nasse Handtücher in den Nacken um sie ein wenig abzukühlen.

Den ganzen Tag sattelte ich Pferde, sattelte sie ab, duschte sie und shampoonierte sie ein. Es war unerträglich heiß (38 Grad) und mir taten die Pferde leid. Zwar suchten wir Schattenplätze für sie und jedes hatte seinen eigenen Trinkeimer den ich immer gefüllt hielt, aber nach jedem Start kamen sie klatschnass zurück. Auch ich war fix und fertig, hatte Kopfweh und es war krass den ganzen Tag in der brütenden Sonne zu stehen und 100% zu geben. Zeit fürs Klo blieb auch nicht und so musste ich schnell hinter den LKW. Irgendwann war meine 1,5 Liter Flasche Wasser leer und es sorgte auch niemand dafür, dass ich Wasser bekam. Ich entdeckte zufällig einen Kühlschrank im LKW der bis oben hin mit kalten Wasserflaschen gefüllt war. Natürlich „klaute“ ich mir da heimlich Wasser. Die Verkaufsstände waren zu weit weg und ich hätte auch keine Zeit gefunden dort hin zu gehen. Hunger hatte ich auch und zum Glück hatte eine sehr nette Pferdebesitzerin deren Pferd bei uns im Stall steht Mitleid mit mir. Sie freut sich immer, dass ich mich so toll um ihr Pferd kümmere, ist auch Vegetarierin und kaufte mir deswegen einen sehr leckeren Reissalat. Diesen konnte ich aber nicht essen, weil einfach keine Zeit blieb. Wenn Jenny vom Reiten zurück kam, fiel ihr immer wieder was Neues ein, sodass ich nicht mal eine Minute zum Durchatmen hatte. Eine andere total nette Frau die ihr Pferd bei Andrew in Beritt hat, kaufte mir ein Waldbeereis. Das fand ich total nett von den beiden und freute mich richtig, dass ich ihnen so viel Wert bin. Das sind die Dinge die einen Tag schön machen können.

Trotz eincremen und Käppi auf dem Kopf bekam ich einen Sonnenbrand und immer mehr Kopfweh. Meine Chefs ritten jeweils 3 Pferde und die anderen Pferde sattelte ich für die Einsteller. Als der Tag schon fast vorbei war, holte Andrew einen Schlauch aus dem Kofferraum und machte ihn am Wasserhahn am LKW fest. Mit diesem sollte ich die restlichen Pferde abspritzen. Meine Chefin verbot mir ausdrücklich das Wasser der Pferde damit nachzufüllen, weil sonst die LKW-Batterie leer gehen würde. Da kam ich mir echt verarscht vor. Den ganzen Tag schleppte ich die schweren Wassereimer über den großen Parkplatz, für dass das ich das viel einfacher haben könnte. Die Pferde kann man viel besser am Abspritzplatz abduschen, dachte ich mir. Von dort an füllte ich alle Wassereimer mit dem Schlauch vom LKW wenn es keiner sah. Manchmal komme ich mir vor, als würde sie so etwas extra machen, dass ich immer etwas zu tun habe. Eigentlich gabs keinen Grund, aber sie scheuchte mich den ganzen Tag im Kreis rum. Sie kann es nicht sehen, wenn man eine kurze Pause hat. Mein Reissalat war schon warm, als ich ihn zwischendurch aß. Alle Pferde werden zum Transport an allen vier Beinen einbandagiert und so musste ich 38 Bandagen und 38 Bandagierunterlagen aufwickeln. Am Ende vom Tag muss ich auch alle Schweife einsprühen und einflechten.

Den ganzen Tag arbeitete ich hart und musste schnell sein um das jeweilige nächste Pferd fertig zu haben. Dann bekommen noch manche Pferde Ohrenstöpsel gegen den Lärm rein und viele lassen es sich nicht machen. So muss ich sie mit der Nasenbremse ablenken und mit einer Hand die Stöpsel rein machen. Das erfordert viel Geschick, die Pferde sind sehr groß und ich bin auch nicht die größte Person.

Zum Glück konnten wir den Anhänger auf dem Turnier lassen und ich musste nicht selbst zurück fahren.

Es war schon 10 als wir endlich alle Pferde aufgeräumt hatten und ich war fertig wie Schnitzel. Nach einem 17 Stunden Tag mit nicht wirklich Pause in der Hitze auch kein Wunder. Trotzdem konnte ich nicht schlafen, weil mein Sonnenbrand weh tat und ich mich fühlte als brannte ich innerlich.

Dummerweise gings am nächsten Tag sogar noch ein bisschen früher los und das Aufstehen war für mich fast unmöglich. Ich dachte, dass ich auf der Fahrt noch ein wenig dösen könnte aber immer wenn mir die Augen zufielen, fing Andrew an zu reden. Normalerweise redet er nie während der Fahrt. Man hat richtig gemerkt, dass er nicht wollte, dass ich schlafe.

Es war zwar wieder sehr heiß, aber angenehmer als am Freitag. Ich wusste nun wie alles abläuft und es war ein bisschen weniger stressig als am Vortag. Trotzdem hatte ich viel zu tun und wieder absolut keine Zeit was zu Essen zu kaufen. Diesmal war es eine andere nette Einstellerin die mir Reissalat kaufte. Ich finde es irgendwie schade, dass sich Einsteller um das Wohl der Pfleger kümmern müssen und meine Chefs mich nicht mal was kaufen lassen. Diesmal hatten sie wenigstens eine Kühltruhe und Wasser dabei und ich hatte was zu trinken. Zwei Pferde musste ich an den Springplatz bringen und ein anderes mitnehmen und so sah ich wenigstens das erste mal den Turnierplatz. Dieser ist sehr groß und wunderschön gestaltet. Es gab sogar eine VIP-Area. Wie auf dem letzten Turnier gab es 3 Ringe (Plätze), wo verschiedenen Prüfungen ausgetragen wurden.

An diesem Samstag kamen die Kinder von einer Einstellerin die auch ritt mit. Die 5 und 8 jährigen Mädels sind total goldig und ich war Babysitter. Sie wollten mir helfen und ich ließ sie einiges machen. Die Familie hatte eine ganze Lunchbox mit Eistee, Crackern, Käse und Trauben dabei, wo ich mich netterweise auch bedienen durfte. Das war wie Weihnachten.

Nur weil ich wusste, dass sowieso nichts mehr zu tun war und weil ich kurz „entkommen“ wollte, fragte ich ganz zum Schluss als Jenny alles putzte, ob ich mir endlich was zu Essen kaufe dürfe. Sie log und sagte die Verkaufsstände sind schon zu. Ich wusste, dass das nicht stimmt. Irgendwann rief sie meinen Chef an der noch dort war und fragte, ob er mir was mit bringen konnte. Eine halbe Stunde später kam er mit einen Reissalat (haha). Ich müsse jedes Reiskorn aufessen, so mein Chef. Warum? „Weil die 10$ total übertrieben für einen „fucking“ Salat sind und wenn ich das immer für die Pfleger zahlen muss, bin ich bald arm“, sagte er mir. Naja, dachte ich. Wenn dein guter Pfleger der sich das ganze Wochenende den Hintern aufreißt dir keine 10$ Wert sind und den Einstellern schon, dann tust du mir leid. Außerdem hatte er total viel gewonnen und somit auch ordentlich Preisgeld abgestaubt.

Ich musste wieder den Hänger mit dem Auto zurück auf den Hof ziehen. Jenny machte mir große Hoffnung, als sie meinte, dass ich evtl. schon früher fahren kann, da ich eh nichts mehr helfen könne. Leider war das nicht so und ich musste doch warten, bis sie mit allem fertig war. Das dauert immer eeewig. Sie putzt noch an Ort und Stelle das Sattelzeug und die Gamaschen für alle 9 Pferde, bandagiert alle sorgfältig ein, räumt alles perfekt auf und lässt sich viel Zeit. Auch mein Chef drängelt immer und findet das ebenfalls nicht so gut.

Dieses Mal ging es mit dem Hänger schon viel besser und ohne Probleme. Ein Känguru hüpfte direkt vor mir über die Straße.

Wir waren zum Glück ein bisschen früher zurück als am Vortrag und nach dem Essen war ich wieder fix und fertig.

Genau so früh wie am Samstag mussten wir auch am Sonntag raus und ich hatte überhaupt keine Lust oder Energie für den letzten Turniertag. Aylin wollte eigentlich mit, aber sie hat keinen Hängerführerschein und Jenny meinte, dass ich ja schon alles weiß und sie mit Aylin somit „nicht viel anfangen könne“. Ein Pony das wieder zurück zu seinen Besitzern geht die auch auf dem Turnier waren, musste ich aufs Turnier fahren und das klappte sehr gut. An einer Ampel in Windsor fuhr Andrew bei dunkel-orange drüber. Jenny dahinter bei rot. Gut, dass wenigstens ich wartete, weil es blitzte und diese Aktion Jenny somit 400$ Strafe kostete. Sie war wenigstens so nett und wartete auf mich ein paar Meter weiter.

Gerade auf dem Turnierplatz angekommen, wurde ich noch vor allen Kunden ordentlich zusammen geschrien. Aylin und ich hatten die Pferde in den Anhänger geladen und wussten nicht, dass man dort die Fenster aufmachen muss. In Deutschland sind die Hänger nämlich komplett anders und man muss kein Fenster aufmachen. Ein Pferd hatte deswegen geschwitzt. Mein Chef brüllte los, ob ich denn zu doof wäre die Fenster auf zu machen und nicht sehen würde wie nass das Pferd ist. Ich erklärte, dass wir Zuhause komplett andere Anhänger haben und man bei uns die Fenster nicht auf macht. Das stimme nicht, er wäre auch schon sehr oft in Europa gewesen. Ich solle mein Gehirn einschalten, usw. Die Kunden meinte ich solle das nicht persönlich nehmen. Bereits bevor das Turnier begann, hatte ich deswegen sehr schlechte Laune. Ernsthaft überlegte ich mir ein Taxi zur Farm zu nehmen. Das Geld hätte ich gern investiert um die allein dastehen zu lassen.

Hinzu kam auch noch, dass es regnete und sehr kalt war. Erst beide Tage weit über 30 Grad und dann sowas ! Es war nicht schön und ich konnte nicht mal vor dem Regen flüchten. Zum Glück war Sonntag der ruhigste Tag und es blieb sogar Zeit kurz heimlich abzuhauen und mir was zu Essen zu kaufen. Zwar nur ein Eis, aber immerhin Essen. Zwar musste ich mich an diesem Sonntag um 10 Pferde allein kümmern, aber jedes hatte nur eine Prüfung und diese waren alle relativ weit auseinander.

Die nette Einstellerin die mir am Freitag schon das Eis gekauft hatte, brachte mir extra vegetarische Brötchen von Zuhause mit und ich fand das total nett und hab mich wahnsinnig gefreut.

Direkt nebenan war ein sehr großes Poloturnier und viele Pferde standen auf den Koppeln neben unserem LKW. Ich wollte dort mal rüber schauen, als meine Chefs gerade mit einem Pferd zum Abreiteplatz gingen. Ich kam auf dem Weg mit einer Kundin von meinen Chefs ins Gespräch. Diese hat einen deutschen Mann und ihn beim ihrer Backpacking-Reise durch Deutschland kennen gelernt. Sie ist super nett und 2 ihrer Kinder reiten und haben Pferde bei uns auf der Farm. Wir quatschten über alles mögliche, bis mein Chef hinter mir stand. Ich solle ihnen das Pferd abnehmen, mit dem sie zurück kamen. Leider wurde das mit dem Polo dann den ganzen Tag nichts mehr und ich fand es total schade. Ich hatte überhaupt nichts gesehen und auch vom Reitturnier nicht viel mitbekommen, weil ich ja immer nur auf dem Parkplatz war.

Zum Glück haben mir aber die nette Einstellerin Sarah und ihre 2 Mädels Käsepommes vom Polo mitgebracht und ich hatte wieder Essen.

Als wir nach dem Turnier alles zusammen packten, waren meine Chefs auf einmal sehr nett, redeten mit mir und machten Späße. Die Kunden hatten ihre beiden Ponys und den Anhänger mit genommen und so musste ich nur mit dem Auto zurück fahren. Andrew meinte ich solle warten mit los fahren, weil ich mich sonst verfahre. Zuvor war Jenny schon eine ganze Stunde weg gewesen, weil sie offizielle Turnierfotografin ist und noch Bilder machen musste. In der Zeit hatte ich alles sauber geputzt und eingefettet. Ich wollte als sie zurück waren nicht mehr warten und alles war erledigt. Auch die Pferde standen schon im LKW. So fuhr ich als beide wieder irgendwo hin gingen los und dank GoogleMaps fand ich auch meinen Weg. Ohne das, wäre ich verloren gewesen, weil der Weg selbst nach dem 3. Tag immer noch total kompliziert ist. Durch Wohngebiete und über Felder und ohne Beschilderung.

Beide Chefs hatten nach diesem erfolgreichen Turnier aller beste Laune. Bis wir wieder am Hof waren. Sie beschwerten sich, dass die Pferde zu wenig Heu hätten (Aylin hatte ja gefüttert) und Andrew fuhr wild mit dem Quad rum und verteilte an alle Extraheu.

Zum Schluss war aber wieder alles gut und Jenny bedankte sich das erste Mal überhaupt bei mir, sagte, dass das ja alles super geklappt hätte auf dem Turnier und dass wir morgen den Tag frei hätten, anstelle vom Sonntag. Da waren wir beide froh.

Wieder schlief ich ganz schnell und schnitzelfertig ein.

Turniergrüße

Nadine

Die Pferde chillen

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Springplatz

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ausversehen Selfie

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Sonnenaufgang

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früh gehts los

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Fail-day

Sorry, einen Blogeintrag ausgelassen…

Samstag, 10.10.2015

Als ich morgens aufwachte, ging es mir sehr schlecht. Ich war verwirrt, zitterte und hatte Migräne.
Vom letzten Abend wusste ich seit der Ankunft in der World-Bar nichts mehr. Wir unterhielten uns mit Sarahs Mitbewohnern und alle waren sich einig, dass ich „gespiked“ worden war. Also sowas wie k.o. Tropfen. Wie sonst kann man sich nach einem Bier und einem Tequila an nichts mehr erinnern, hat Schüttelfrost, Magenprobleme und ist verwirrt. Ich konnte es mir nur so erklären, dass mir jemand was ins Glas getan hatte. Eigentlich passe ich darauf immer sehr gut auf, weil ich auch viele Leute kenne, denen das in Deutschland schon passiert ist. Aber man weiß ja nie wie sowas passiert…
Um was in den Magen zu bekommen, gingen Aylin und ich in ein schönes Café frühstücken. Das Menü hörte sich vielversprechend an und wir bestellten ein vegetarisches Frühstück und einen Crêpe zusammen. Leider waren wir enttäuscht und die Portion war Mini. Geschmeckt hat es aber gut und so zogen wir ein bisschen gestärkter los.
Es gab viel zu erledigen und als erstes stand ein Besuch im Telstra Store an. Ich hatte Aylin eine Handykarte mitgebracht, weil ihre auf der Farm nicht funktioniert, aber leider ging das Internet nicht. Im Store nahm ein Mitarbeiter das Handy in die Hand, drückte ein paar Sachen, gab es Aylin zurück, aber es funktionierte immer noch nicht. Eine andere Frau erkannte das Problem. Aylin ist zwar nicht blond, aber bemerkte trotzdem nicht, dass sie einfach nur kein Guthaben auf der Karte hatte. Das sorgte für Lacher und wir machten uns über uns selbst lustig. Natürlich funktionierte es nach dem Aufladen.
Dann wollte ich in den Apple Store um mir ein Ladekabel zu kaufen. Mein neu gekauftes (gebrauchtes) IPhone 5 erkennt leider nur Original-Ladekabel (Danke Apple!). Ich dachte ich spinne, als die 29$! für ein einziges dummes Ladekabel wollten. Da verging es mir und ich verfluchte Apple. Natürlich verließ ich den Saft-, äh Apfelladen ohne Kabel wieder. Das dürfen sie ruhig behalten.
Endlich wollte ich mein Problem mit meinem Rückflug klären. Ich hatte nur noch 3 Tage Zeit, bis mein Rückflug nach Deutschland gehen würde. Mein GoogleMaps brachte uns zu einem Emirates Büro. Dummerweise standen wir vor verschlossenen Türen (samstags zu). Also zum Flughafen gefahren. Dort sagte man uns, dass der nächste Emirates Flug um 7 abends gehen würde und der Schalter erst 3 Stunden vorher auf machen würde. Es hätte sich nicht gelohnt nochmal wo anders hin zu fahren. Wir kauften uns was leckeres beim Mexikaner, setzen uns ans Fenster an der Landebahn und beobachteten die Flugzeuge. Die 2 Stunden Wartezeit vergingen relativ schnell und ich war ein bisschen nervös, als ich zum Emirates-Schalter ging. Es hing sehr viel von diesem Gespräch ab und wenn es dumm laufen würde, müsste ich einen neuen Rückflug buchen und diesen somit doppelt zahlen.
Ich ließ meine Verärgerung über diese unmögliche Fluggesellschaft am Schalter aus und erklärte mein Problem. Ich müsse bei Emirates direkt anrufen, so die Antwort. Hier könne mir niemand helfen. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. Hat das was mit Kundenservice zu tun? Wenn man sein Anliegen nicht direkt am Flughafen klären kann wo dann ? Ich erzählte, dass ich schon 4 Mails geschrieben habe und 3 Anrufe getätigt, aber die Mitarbeiter nicht fähig waren in Englisch zu kommunizieren. Sie könnten mir nicht helfen, so die unfreundliche Antwort. Ich sprach meine Enttäuschung über Emirates aus und auch, dass ich 3 mal ! ein vegetarisches Menü bestellt hatte und auf allen Flügen nichts ! zu Essen bekommen hatte, weil es vergessen wurde. Obwohl ich davor sogar eine Bestätigung per Mail bekam.
Nun hatte ich an diesem Tag überhaupt nichts erreicht und musste wütend den Flughafen verlassen.
Aylin und ich stellten auch noch zu unserem großen Entsetzen fest, dass uns der Ausflug zum Airport mit der Bahn sage und schreibe 15$ ! für einen Weg gekostet hatte und das gerade mal 3 Stationen waren. Wir fahren von Windsor über eine Stunde in die Stadt und zahlen 3$ mit der gleichen Bahn. Das ist unverschämt !
Leider war es bereits viel zu spät um was zu unternehmen und so traten wir den Rückweg an.
Es war gut, dass mein Handyakku leer war. So fällt einem mal auf wie schön die Umgebung ist und ich beobachtete Kängurus, sah einen traumhaften Sonnenuntergang und unendliche Weiten zogen an dem Zugfenster vorbei. Das machte mich wieder glücklich und ließ mich den Ärger mit Emirates vergessen.
Am Auto angekommen wollten wir los fahren. Leider nur wir. Brissie streikte. Eine Frau kam vorbei und meinte sie würde das nicht wundern, wenn doch das Licht die ganze Zeit an gewesen sei. Auch das noch !
Sie war so nett und wohnte glücklicherweise direkt neben dem Bahnhof. Wie die Aussies sind, klingelte sie bei allen Nachbarn und fragte nach einem Überbrückungskabel. Nach 20 min. kam sie und brachte zwei total besoffene Männer mit Bierbauch und oben ohne mit. Diese schlossen das Kabel an ihr Auto und Brissie an. Natürlich nur mit einer Hand. Die andere brauchten sie für das Bier und die Zigarette. Die Szene war filmreif als sie im Vollsuff versuchten die Kabel dran zu bekommen. Als beide Autos liefen war da plötzlich sehr viel Qualm und Funken. Äh Leute ich glaube ihr habt rot und schwarz verwechselt ?! Ich hatte ein bisschen Angst um mein heiligs Blechle. Zum Glück bekamen Dick und Doof es noch hin und die beiden waren sehr nett und echt witzig. Die Australier sind so hilfsbereit und luden uns auf ein Getränk ein, dass wir dankend ablehnten.
Nach einem Besuch im Supermarkt machten wir einen Abstecher in den MC Donalds, wo wir einen Papa mit drei Kindern trafen. Er war traurig, weil seine Frau sich getrennt hatte und er seine Kinder nur alle 2 Wochen sieht. Eine Weile unterhielten wir uns mit ihm und fuhren dann endlich heim.
Dann auch noch das: Der Vogel um den wir uns so gut gekümmert hatten war tot ! Er hatte noch sein Wasser und seine Körner und das Handtuch lag an einem kühlen, nicht zu kalten Platz. Wir hatten keine Ahnung warum er gestorben ist, aber waren beide sehr traurig darüber. Das Handtuch mit dem Kleinen drauf, brachten wir vor die Tür und nahmen uns vor, bald ein Loch für ihn zu graben.
Nach diesem enttäuschenden Tag war ich froh ins Bett zu kommen.

Failerische Grüße
Nadine

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