Final week

Dienstag, 20.10. – Sonntag 25.10.2015

Eigentlich hätte die Woche ganz entspannt werden können. Ja ok, hätte, wäre, wenn….
Nach unserem freien Tag mussten wir gleich wieder ranklotzen. Andrew ist zwar nicht geritten, aber das bedeutete für uns alle Pferde aufs Laufband zu stellen. Unsere Extraaufgaben von Jenny waren dann Gamaschen und Sattelzeug putzen, Tränken putzen, Gartenarbeit, Pool sauber machen, Schuppen entstauben und aufräumen und vieles mehr. Andrew sagte uns ja, dass wir mehr Heu füttern sollen, weil wir zu wenig geben würden. Da die Pferde es nicht essen, sollen wir es oft zusammen rechen und auf die Miste bringen. Das nenne ich Verschwendung. Auch mussten wir einigen Pferden mehrere Tage hintereinander ein „Show-Shampoo“ geben, obwohl diese nur Freizeitpferde sind und eigentlich gar nicht schön sein müssen. Das dauert ewig und alles wird gründlich geputzt und einshampooniert. Es war so kalt, dass es doof war, dass man danach total nass ist.
Abends habe ich gerade Sprachnnachrichten mit Deutschland hin und her geschickt, als mir plötzlich ein lautes „uaaaah“ raus rutschte. Ich lag schon im Bett und direkt neben mir eine riesige Spinne. Eigentlich habe ich keine Angst vor Spinnen, aber hier weiß man ja nie ob diese giftig sind. Auch die Google Suche und eine Facebook-Umfrage ergaben nichts Neues. Als ich meiner Chefin ein Bild schickte, schrieb sie zurück, dass die Spinne nicht giftig sei. Wie ich durch Facebook später erfuhr, handelte es sich um eine Huntsman. Ich schob das fette Tier mit einem Tempo in einen Schuhkarton und setzte sie vor die Wohnwagentür. In dieser Nacht schlief ich erst um 1 ein, weil ich dachte, dass die Spinne wieder kommt und ich bis dahin noch nicht sicher wusste, ob sie wirklich nicht giftig war. Huntsman können beißen und das ist wie wenn man von einer Biene gestochen wird, aber richtig giftig sind sie nicht.
Am Mittwoch waren unsere Chefs ungewohnt freundlich zu uns. Meine harten Worte letzte Woche haben wohl was gebracht. Auch an diesem Tag ist unser Chef nicht geritten und alle Pferde gingen auf das Laufband. Zum Glück fuhren auch noch beide Chefs nachmittags weg. Wir sollten den großen Turnier-LKW putzen und taten das auch ganz gründlich. Da das Putzzeug so geschickt da stand, nutzte ich das aus und Brissie wurde mal wieder auf Hochglanz gebracht. Aylin half mir und wir schrubbten kräftig was das Zeug hielt. Mein geliebtes Auto ist nun wieder total weiß und wie neu. Den restlichen Tag ließen wir es ruhig angehen, weil ich noch ziemlich kaputt vom Turnier war.
Donnerstags verließen uns zwei Zuchtstuten. Diese wurden zuvor getrimmt, also die Haare an Ohren, Gesicht und Beinen gekürzt. Die eine Stute wollte das sich aber partout nicht machen lassen. Jenny stellte sich vor sie und wollte die Nasenbremse drauf machen. Das große, starke Tier rannte sie aber einfach um und unsere Chefin lag am Boden. Andrew kam und da die Stute sein Lieblingspferd ist, sagte er: „armes Pferd, was macht die mit dir?“ und lachte meine am Boden liegende Chefin aus. Diese musste mit lachen, sagte dass „sein“ Pferd sehr frech zu ihr sei und auf einmal mussten wir alle drei lachen was das Zeug hielt. Dann versuchte es Andrew mit der Nasenbremse, aber auch bei ihm war die Stute stur. „Arme Stute“, sagte dann Jenny und es herrschte wieder Gelächter.
Zum Glück waren die Pferde dann eine Stunde später weg und Andrew mit ihnen.
Ohne irgendwelche Vorwarnung stand am Freitag morgen plötzlich ein Mädel da. „Dani“, stellte sie sich vor. Sie war bereits für sehr lange Zeit hier gewesen, wieder nach England geflogen und sei nun für ihr 2. Jahr in Australien. Ohne, dass Aylin und mir was gesagt wurde, beschlossen unsere Chefs, dass eine von uns sich mit Dani einen Wohnwagen teilen sollte. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. In beiden Wohnwagen gibt es nur kleine unbequeme Eckbänke und dann sollten wir mit einer fremden Person auf engstem Raum schlafen. Dani teilte uns das mit und die Chefs hielten nicht mal für nötig es uns selbst zu sagen. In der Küche hat es außerdem fast keinen Platz um dort zu 3. zu essen.
Dani quartierte sich dann aber ihre ersten beiden Nächte im Gästezimmer im Haus unserer Chefs ein und zog dann erst zu uns. Die 3 restlichen Nächte konnten wir uns damit arrangieren, zumal Dani nett zu uns war. Aylin schlief bei mir, bekam mein Bett und ich schlief auf der Eckbank, was ganz ok war.
Am Tag als Dani kam, brachten wir wie jeden Morgen 2 Pferde zum Anbindeplatz um diese auf das Lauband zu stellen. Ein Pferd wieherte und wir guckten, aber es war alles ok. Unsere Chefin kam im Bademantel aus dem Haus gefegt und war total aufgeregt. Sie könne bei dem Wiehern gar nicht mehr schlafen (er hat ein Mal gewiehert und war sonst gelassen) und was uns denn einfallen würde beide Pferde mit zum Anbindeplatz zu bringen. Ja das mache ich seit 2 und halb Monaten jeden Tag so?! Das könne ja gar nicht sein das habe sie noch nie gesehen. Später stellte sich heraus, dass der Wallach gewiehert hatte, weil die Zuchtstuten gegenüber jetzt nicht mehr da waren. Auf jeden Fall sagte Jenny dass der Wallach sich verletzen würde und wir schnell das eine Pferd zurück bringen sollten. Gesagt getan. Dann sagte sie, dass morgens das Misten auch viel wichtiger wäre als das Laufband und eine halbe Stunde fragte sie, warum denn kein Pferd auf dem Laufband wäre. Logik ?
Beim Arbeiten wurde ich sofort zum Azubi downgegraded. Meinen Job die Pferde zu satteln übernahm Dani und ich musste statt dessen Hivi-Jobs erledigen. Naja dachte ich, die paar Tage halte ich auch noch aus. Zumindest geht zu 3. alles schneller, was natürlich nicht hieß, dass wir früher fertig waren.
Aylin und ich mussten ganz viele Stöcke von einem Zaun entfernen die ursprünglich da waren um diesen zu verschönern. Mit einem Seitenschneider sollten wir die vielen Drähte durchschneiden und dann das ganze Holz mit dem Quad neben die Miste bringen. Außerdem waren unsere Aufgaben Unkraut zu zupfen und viele andere Kleinigkeiten machen.
Mit Dani verstanden wir uns sehr gut. Sie ist total nett.
Am Freitag startete ich pünktlich um halb 8 die Paddocks abzumisten. Dani hatte bereits 4 gemacht. Als wir fertig waren ging sie ins Haus, unsere Chefin kam raus und meinte dass Dani ja nun viel mehr Paddocks gemacht hätte und das unfair wäre. Ja soll ich jetzt auch um 7 da stehen ? Als „Ausgleich“ musste ich alle Kübel zur Miste bringen und leeren. Das ist viel schwerer als die Paddocks machen und allein sehr schwer. Da mache ich lieber alle Paddocks.
An einem Abend regnete es viel und wir wollten mit Füttern warten bis der Regen weniger wurde. Leider wurde er gerade stärker als wir mitten drin waren.
Das war also unsere letzte Woche auf der Farm.

Liebe Grüße
Nadine

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