Melbourne again

Sonntag, 26.07.2015

Das Wetter war wie fast immer doof, aber ich hatte frei. Das ist ja in dem Job sehr rar. Eigentlich wollte ich reiten, aber es hat so krass gestürmt, dass es wegen umfallenden Bäumen zu gefährlich gewesen wäre. In Australien sind auch Reithallen nicht üblich.
Irgendwann schon nach 12 Uhr haben Jack und ich uns nach einem ausgiebigen Frühstück mit Toast und Frühstücks-Ei aufraffen können aus dem Haus zu gehen.
Ein Tagesausflug ins 1 stündig entfernte Melbourne stand auf dem Plan.
Der Weg da hin ist eigentlich nur gerade aus und es gibt eine Mautstraße und eine kostenlose. Jack hat einen elektronischen Sensor im Auto mit dem die Maut günstiger ist und wollte deshalb diese Route nehmen. Nach einer Weile im Kreis in einer Stadt rum fahren, hab ich ihn gefragt, ob er weiß wo wir sind. Er hatte sich wohl spontan Umentschieden den anderen Weg zu fahren, aber ins Navi was anderes eingegeben. Obwohl mein Orientierungssinn nicht gut ist, kann ich die Strecke nach Melbourne ohne Navi fahren, aber Jack’s Stolz hat es nicht erlaubt sich von mir helfen zu lassen. Irgendwann nach öfterem vergurken, fragte ich ihn: „We are completely wrong, right?“ Und musste darüber unwillkürlich lachen. Er hatte keine Ahnung wo wir waren.
Schlussendlich ging’s doch über die Mautstraße und bei strömendem Regen erreichten wir Melbourne.
Vor meinem alten Hostel gabs einen kostenlosen Parkplatz, wo ich ausstieg um mein Handtuch zu holen. Das hatte ich das letzte Mal bei Elsbeth vergessen und die ist gerade zu Hause in Amerika. Erst haben die vom Hostel es nicht gefunden und es war ein Drama bis ich es endlich nach 15 min hatte.
Als ich wieder raus kam war es saukalt und windig und Jacks Audi war weg. Ich suchte alles ab – nix ! Nach einem Anruf bei Jack wusste ich, dass er weg gefahren war. Ohne ein Wort. Es besserte meine Laune nicht, dass er sagte er ist in 3 min da und dann nach über 20 min wieder auftauchte. Er hätte nicht gewusst, ob er da stehen bleiben darf. Hatte ich ihm aber doch gesagt und da war ein großes Schild ?!
Dann hab ich ihn gefragt was er denn sehen oder machen will, weil er das erste mal in Melbourne war. Ich soll das doch entscheiden, ich hätte ja die Ahnung. Auf die Frage hin ob er Hunger hätte, sagte er dass er was isst wenn ich was esse. Nach der 2. Nachfrage habe ich rausgefunden, dass er keinen Hunger hatte. Mir ist dann echt ein bisschen der Geduldsfaden gerissen. Ich wollte gemütlich einen Kaffee trinken, aber die Idee fand er auch nicht so toll. Der Parkplatz den wir nach langer Suche gefunden haben hat auch 5$ für eine Stunde gekostet und der Tag war für mich schon gelaufen. Es hellte meine Stimmung auf nicht auf, dass die Sonne raus kam und der Himmel blau wurde. Die Stunde Zeit die uns die Parkuhr gab reichte weder für den Viktoriamarkt, noch für was anderes. Die Parkhäuser wollten 20$ für einen Tag. Viel zu viel !
Ich sagte, dass wir uns den Straßennamen merken sollen, weil wir sonst das Auto nicht mehr finden würden. Für sowas besitzt er aber zu viel Männerstolz. Braucht man nicht !
So liefen wir eine Stunde rum, wobei mich Jack ständig anrempelte, was mir tierisch auf den Zeiger ging. Dann wollte er auch schon wieder heim, wegen einer TV Serie und so verließen wir Melbourne 2 Stunden nachdem wir angekommen waren.
Als ob ich es irgendwo her gewusst hätte, fanden wir das Auto natürlich nicht mehr. Jack sagte, dass ich es finden muss, weil ich ja schon so oft da gewesen sei und mich auskennen müsse. Zum Glück schafften wir es noch rechtzeitig vor dem Ablaufen der Parkuhr den Audi zu finden.
Der Verkehr war wegen des Footy Spiels Melbourne gegen St. Kilda auch grauenvoll.
Die Rückfahrt ging besser als die Hinfahrt und ich hatte die Hoffnung vor Sonnenuntergang noch reiten zu können.
Ich war sehr schnell umgezogen und rannte aus dem Haus, aber auf halbem Weg zur Koppel ging schon die Sonne unter und ich ging enttäuscht zurück ins Haus.
Dort musste ich mich erneut zusammen reißen, Jack nicht dumm anzumachen, weil er meinen Karton den ich für meine Reitsachen brauchte und der vor meinem Zimmer stand, einfach weg geschmissen hatte. Ohne Nachfrage o.ä. Er konnte gar nicht verstehen warum ich das nicht so gut fand.
Zum Glück kam The Voice im TV und ich schrieb noch mit ein paar netten Leuten aus Deutschland, was den Abend ein bisschen rettete.
Ich hatte mich so auf meinen freien Sonntag gefreut…

Angenervte Grüße
Nadine
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