Meeting the Royals

Donnerstag, 09.03.2016

Am zweiten Tag in London wachten wir beide mit einer Erkältung auf. So schlecht war das Wetter am Vortag doch nicht?

Glücklicherweise hatten wir neben meinem Bett zwei Frühstücksmärkchen gefunden. So konnten wir uns am Buffet die Bäuche voll schlagen. Frisch gestärkt gings dann los.

Das Wetter war einfach nur perfekt. Die Sonne lachte vom Himmel, es war warm und keine Wolke war zu sehen. Da wir wussten, dass wir Einiges sehen wollten, das außerhalb von London liegt, kauften wir uns eine Oyster Card. Das ist eine Bahnkarte die man immer wieder mit Guthaben aufladen kann. Quasi eine Prepaid Bahncard. Am ersten Tag hat man eine Flatrate und kann so oft fahren wie man will.

Zuerst fuhren wir nochmal zum Buckingham Palace. Dort findet jeden Morgen um 11 die berühmte Wachablösung (Changing of the Guard) statt. Eigentlich nur der Schichtwechsel der Securitys der Queen, der aber immer zelebriert wird. Wir wunderten uns, warum da so viele Touristen mit ihren Kameras in der Hand vor dem Palast warteten. Anna sagte, dass da bestimmt was Besonderes passiert. Ich tat das ab und meinte, dass das bestimmt immer so eine Attraktion sei. Anna behielt Recht. Die komplette Straße um den Palast waren abgesperrt und überall standen Polizisten. Auch viele Polizeimotorräder waren im Einsatz. Bis plötzlich das Tor aufging. Erst fuhr ein schwarzes, schickes Auto vor und es gab ein Blitzlichtgewitter. Dann ein zweites schwarzes Auto mit der Flagge der Königsflagge auf dem Dach. Und wer winkte da aus dem Auto? Catherine, Duchess of Cambridge auch bekannt als Kate Middleton höchstpersönlich. Und das nur einen Meter von uns weg. Ohne getönte Scheiben oder Sichtschutz. Sie guckte in unsere Richtung und man konnte durch die Scheiben erkennen wie schön sie ist. Wer im nächsten Auto mit königlicher Flagge saß, konnte man leider nicht sehen. Aber dann der nächste Hammer. Im folgenden Auto saß doch tatsächlich und leibhaftig Elisabeth II. DIE Queen. Von der man sonst nur in den Nachrichten hört. Damit, dass auf einmal alle Royals an uns vorbei fahren hätten wir nicht gerechnet. Ich dachte ich schnall ab! So ein verrücktes Ereignis und das am frühen Morgen. Das trieb den Adrenalinspiegel hoch und war richtig krass. Viele Engländer hatte noch nicht mal die Chance die Queen zu sehen… Die Wachablösung hat dann zwar nicht stattgefunden, aber das war uns in Anbetracht der Tatsache, dass wir gerade so wichtige Personen gesehen hatten auch egal.

Stattdessen liefen wir bei „Kayserwetter“ (haha) durch den wunderschönen St. James Park. Dort fand nämlich in einer großen Zeremonie die Enthüllung  des Denkmals für die Veteranen der Kriege im Irak und in Afghanistan statt. Dort waren alle wichtigen Leute des britischen Königshauses vertreten: Prinz Philip (95), Prinz Charles (68) und Camilla (69), Prinz William (34) und Herzogin Kate (35) sowie Prinz Harry (32). (http://www.wn.de/Welt/Leute/2733331-Feierliche-Enthuellung-Queen-weiht-Denkmal-fuer-Veteranen-ein)

Es war ordentlich was los und alles war abgeriegelt. Trotzdem hatte man einen Blick auf das Festgelände. Überall standen Polizisten und es waren Hunde und Pferde im Einsatz.

Mit der Bahn gings weiter ins Wembley Stadion. Die Führung war auch in unserem London Pass enthalten. Diese lohnte sich allemal: wir kamen dort hin, wo sonst nur VIP`s hin kommen. Wir durften auf dem Sitzplatz der Queen Platz nehmen, durften den wichtigsten Pokal im Stadion hochhalten, sahen die Physio Räume und Umkleidekabinen der Spieler und sogar den Presseraum. Das Highlight war definitiv wie ein echter Fußballprofi einzulaufen. Erst sahen wir einen beeindruckenden Film in der Umkleide wie die Spieler einlaufen und dann wurde das große Tor aufgemacht und wir marschierten in Zweierreihen ins gigantische Wembley Stadion ein. Das war sogar für Anti-Sportbegeisterte wie mich ein Highlight.

Danach fuhren wir mit der Tube (U-Bahn) weiter dorthin wo Olympia stattfand. Anna wollte gerne sehen wie es da aussieht und wir hofften, dass man die Anlage besichtigen kann. Als wir da waren, dann leider die schlechte Nachricht: wegen einer Buchmesse ist alles geschlossen. Man sah nicht mal ansatzweise irgendwas und so mussten wir wieder gehen.

Wir fuhren zurück in die Stadt und stiegen am Bahnhof Kings Cross aus. Dort ist das berühmte Gleis 9 ¾ aus Harry Potter. Die Schlange um ein Bild dort machen zu können ist ewig lang. Wie der Zufall es so will, ist direkt daneben ein Harry Potter Fanshop. Die Angestellten vom Shop machen Fotos die man dann kaufen kann. Es ist aber zum Glück erlaubt eigene Fotos zu machen, was wir machten. Es stand ein Mädel vom Shop da die einem den Zauberstab in die Hand drückte und auf Kommando den Schal hoch warf.

Von meiner Kollegin Lisa hatte ich den Tipp für ein gutes Restaurant mit Blick auf die Tower Bridge bekommen. Vom Kings Cross liefen wir Richtung Wasser. Die Sonne ging gerade unter und der Blick auf die Skyline von London war gigantisch. An der Themse entlang zu laufen, den Straßenmusikern zuzuhören und Leute zu beobachten war super schön.

Es war ein ordentlicher Fußmarsch bis wir zufällig am Bubble Waffle Laden vorbei kamen. In Facebook wurde ich in einem Beitrag markiert, weil diese Waffeln aus Japan super lecker aussehen und es die in London gibt. Schon vor der Fastenzeit habe ich beschlossen, das Fasten einmal für diese Waffeln zu brechen. Als wir dann davor standen, konnte ich wirklich nicht nein zu dieser Kalorienbombe sagen. Ich bestellte die Limited Edition mit double Nutella und Ferrero Rocher. Für stolze 6.95 Pound (8€). Da lohnte sich aber jeder Euro, denn die Dinger waren super lecker.

Als wir am Italiener „Strada“ ankamen, wusste ich, dass Lisa nicht zu viel versprochen hatte. Man blickt wirklich direkt auf die Tower Bridge, die beleuchtet absolut genial aussieht. Wir saßen draußen, aber irgendwann wurde es zu kalt und wir zogen nach drinnen um, wo der Blick genauso gut war. Die Pizza schmeckte super und für die Aussicht war es auch nicht überteuert. Es war ein schöner Abend im tollen London.

Da wir eine Tagesflatrate für die Tube hatten, fuhren wir in die Nähe des Hostels und liefen von dort aus zurück. Es waren wieder 18.61km die wir an diesem Tag gelaufen sind und diese merkten wir deutlich. Wir mussten unsere Sachen erst noch vom Gepäckraum ins neue Zimmer schleppen, denn wir hatten das Zimmer wechseln müssen, weil eine Gruppe in unser Altes kam.

So schliefen wir wieder schnell ein und können von einem weiteren schönen Tag träumen.

Liebe Grüße

Nadine

Advent calendar in Milan

Wenn auch verspätet, hier die Fortsetzung von Mailand.

Samstag, 03.12.2016

Als wir morgens aus dem Fenster schauten, waren wir alles andere als begeistert. Der strahlend blaue Himmel vom Vortag hatte sich in eine graue, einheitliche Suppe verwandelt und es war gleich viel kälter.

Beim Frühstück fragten wir die netten Mitarbeiter vom Hostel, was man denn bei so einem Wetter machen könne. Wir hatten einige Optionen und entschieden uns letztendlich für einen Ausflug nach Lecco. Lecco ist der Hauptort des Ostufers und liegt an der Südspitze des Lario umgeben von den Gipfeln des Resegone (1875 m). Außerdem liegt es am Comer See und wir buchten vom Hauptbahnhof Mailand einen Zug, der uns in einer 45 minütigen Fahrt dorthin brachte.

DCIM100GOPROG0061449.

Wir bummelten durch die total schönen, verwinkelten, kleinen Gässchen von Lecco und landeten schließlich wieder im H&M.

dsc_0165 dsc_0189

Die Zeit geht beim Shoppen schnell rum und wir wurden nochmal fündig. Zum Glück regnete es nicht und es machte Spaß das Örtchen zu erkunden. Im Supermarkt kauften wir uns typisch italienisch kleine Parmesanwürfel und aßen diese so lange bis uns schlecht war.

DCIM100GOPROG0071457.

In Lecco ist sogar ein kleiner Weihnachtsmarkt, auf dem es viele handgefertigte Sachen, Trockenobst und süße Leckereien gab.

dsc_0153

Wir hatten uns die ganze Zeit darauf gefreut mit der Fähre einmal um den Comer See herum zu fahren. Leider sahen wir am Bootsanleger, dass im Winter kein Schiff fährt. Wir suchten ewig nach einer anderen Anlegestelle, irrten herum, aber fanden leider nichts. Auch einen Aussichtsturm (von TripAdvisor empfohlen) suchten wir vergeblich.

dsc_0154 dsc_0158 dsc_0159 dsc_0160 dsc_0162

img_3302

Zu den bekanntesten Kirchen gehören „S. Nicolo“ mit ihrem 96 m hohen Glockenturm, der alle Dächer überragt. Dort knipsten wir auch noch ein paar Fotos.

dsc_0150 dsc_0151

Da der Nebel leider immer noch in den Bergen fest hing und am See eine ordentliche Briese ging, setzten wir uns in ein sehr schönes Café am See. Der Ausblick auf das Wasser war trotz des Wetters schön und der Kaffee gut und günstig.

Weil wir nicht wussten, was wir in Lecco noch machen konnten, fuhren wir mit dem Zug zurück nach Mailand. Es war schon dunkel und wir wollten unbedingt nochmal an die Wasserstraße vom Vorabend. Zuerst fuhren wir aber zurück ins Hostel und brachten die Taschen weg.

Diesmal wollten wir nicht den ganzen Weg wie am Tag davor laufen und nahmen statt dessen lieber zwei verschiedene U-Bahnen. Der Platz rund um den Dom ist abends noch voller als tagsüber und es waren sehr viele Straßenmusiker anzutreffen. An einem großen Gebäude machten wir halt. Jedes der 24 Fenster hatte eine Nummer drauf kleben. Sehr viele Leute starrten auf das Gebäude und wir fragten eine Frau was dort geboten sei. Man erklärte uns, dass dies ein Adventskalender sei und jeden Tag ein neues Türchen aufgehen würde. In jedem der offenen Fenster steht ein Sänger und am 24. Singen alle Fenster gemeinsam. Zufällig war es 18 Uhr und der Kalender öffnet sich jeden Abend um diese Uhrzeit. Der Operngesang ist jetzt vielleicht nicht jedermanns Sache, aber es waren viele Lieder dabei, die man kannte. Auch Weihnachtslieder auf Deutsch wurden gesungen und ich fand das Ganze eine sehr gute Idee. Trotzdem mussten wir uns nicht ewig solche Lieder anhören und zogen weiter.

dsc_0194 dsc_0195 dsc_0198 dsc_0200 dsc_0203 dsc_0208 dsc_0210 dsc_0212 img_3293 img_3303

Die ganze Stadt war schön weihnachtlich beleuchtet und richtig toll anzusehen.

Da wir von dem Restaurant so begeistert waren, gingen wir dort hin, wo wir am Freitag bereits gewesen sind. Wir mussten noch warten, bis es auf machte und waren froh, dass wir die ersten waren. Es war nämlich schnell wieder bis auf den letzten Platz voll. Diesmal aßen wir beide Pizza, die wir uns wieder teilten. Der Kellner brachte zwar die falsche Pizza, aber sie war trotzdem lecker. Obwohl eigentlich nichts mehr rein ging, bestellten wir zwei Nachtische, die auch so gut wie der Hauptgang waren. Auch die obligatorische Flasche Wein durfte nicht fehlen. Es ist einfach schön, wieder zusammen zu reisen und wir hatten den ganzen Abend tolle Gespräche. Selbst bei einem Kurztrip in die Kälte kommt bei mir Urlaubsfeeling auf. Mir war es nie bewusst was für ein Geschenk es ist in Europa zu leben. Auf meinen Reisen haben aber viele Menschen gesagt, dass sie uns Europäer beneiden. Da ich noch nicht wirklich in Europa gereist bin, war es mir nie so klar, aber jetzt sehe ich den großen Vorteil auch. Man braucht nicht mal einen Pass und ist in weniger als einer Stunde Flug in einem anderen Land, mit einer anderen Sprache, anderem Essen und anderer Kultur.

dsc_0220 dsc_0223 dsc_0225 img_3294 img_3297

Diesmal rollten wir zurück ins Hostel und schliefen genauso schnell ein wie die Nacht davor. Das Hostel war jetzt so voll, dass in unserem Zimmer sogar noch ein Klappbett stand.

Liebe Grüße vom belebten Mailand

Nadine