Trouble with travel (London)

Dienstag, 07.03.2017

Da ich noch Resturlaub habe den ich abbauen muss und mich das Fernweh plagt, guckte ich nach Flügen. London war mit 50 € hin und zurück der Günstigste und da ich noch nie in der U.K. war, buchte ich das. Anna meine Kollegin entschied sich spontan mit zu kommen.

Dienstag nach der Arbeit wollten wir uns am Bahnhof treffen. Ein wenig ungeduldig wurde ich schon als Anna 1 Min bevor der Zug fahren sollte noch nicht da war. Sie schrieb ich solle ihr ein Ticket kaufen, sie sei unterwegs. Pünktlich mit dem Zug traf sie in letzter Minute ein. Knapp, aber passt schon…

Wir waren früh am Flughafen und so gabs ne Stärkung im MC Donalds.

Als wir durch den Sicherheitscheck gehen wollten, ging erst mal ganz laut ein Alarm los, weil ich zu langsam durch die Schranke gelaufen bin. Dann musste ich mich einem Test unterziehen, wurde wie ein Schwerverbrecher behandelt und musste noch die Schuhe ausziehen. Dann waren unsere Beutel für die Flüssigkeiten zu groß und der Mann am Check gab uns zwei 1 Liter Beutel. Unsere Beutel hatten 3 und 5 Liter. Das hatte ich bisher auch noch nicht. Wir konnten sehr früh borden und warteten lange im Flieger. Leider saßen wir ganz vorne im Flieger und nicht am Fenster. Also keine guten Voraussetzungen für meine Flugangst. Ich muss nämlich immer ein Platz am Fenster neben den Tragflächen haben, weil da die Turbulenzen nicht so stark sind. Als der Pilot schon vor dem Start ankündigte, dass der Flug wegen „sehr starkem Wind“ und schlechtem Wetter sehr turbulent werden würde, griff ich zu meinen Beruhigungsmitteln. Anna sagte wir würden das hin bekommen und so packte ich diese wieder ein. Leider hatte der Pilot recht und gleich am Anfang schaukelte es ordentlich und die Anschnallzeichen waren lange an. Auch der junge Mann neben mir, der ca. gleich alt war wie ich war alles andere als gechillt. Anna bereute die Entscheidung meine Hand zu halten schnell. Zitat: „Jetzt muss ich mit einer gebrochenen Hand nach London“. Ich konnte nicht mehr richtig atmen und war nach kurzer Zeit nass geschwitzt. Zum Glück war wenigstens Anna total die Ruhe selbst. Dann passierte was das ich so bisher beim Fliegen noch nicht erlebt habe: plötzlich wurde das Flugzeug ganz leise und es hörte sich an, als würde es nicht mehr angetrieben werden. Es war gar kein Widerstand mehr da und machte kein Geräusch mehr. Ich war nicht die Einzige die das bemerkte und alle Leute schauten verwirrt aus dem Fenster. Auch Anna sagte, dass wir schnell absinken. Sie sagte dass wir bestimmt im Landeanflug wären. Beim Blick auf die Uhr wussten wir, dass das nicht sein konnte. Ich fühlte mich wie in einem Film und sah mein Leben an mir vorbei ziehen. Ich bereitete mich schon innerlich auf einen Absturz vor. Wir sanken immer mehr. Nach gefühlten Stunden des Luft anhaltens war mir schon ganz schlecht. Es war immer noch total ruhig und dadurch, dass es draußen dunkel war, auch irgendwie gruselig. Man sah nur die Lichter der Tragflächen blitzen. Es fühlte sich an als würde alles still stehen. Ein Flugbegleiter hatte einen Stift in seinem Wagen der wie Blaulicht blinkte. Das verunsicherte mich noch mehr. Ich dachte dass das bestimmt ein stiller Alarm ist. Er guckte da immer wieder nervös drauf. Irgendwann das erlösende Geräusch. Die Turbinen liefen wieder (oder zumindest hörte man sie wieder). Der Pilot meldete sich zu Wort und sagte, dass wir einige hundert Meter sinken mussten um den starken Turbulenzen zu entkommen. Ich war bis dahin schon fix und fertig mit den Nerven. Das gleiche passierte danach noch einmal. Wie lang können 1:15 h sein ? Als wir im Landeanflug waren, fiel mir ein Felsbrocken vom Herz.

Warum erwische ich immer solche Flüge ? Annas Hand war blau und ich nass geschwitzt. Wir mussten ewig an der Passkontrolle anstehen und dann nochmal an der extra Schlange, weil wir nur den Personalausweis dabei hatten.

Natürlich hatten wir uns vorher informiert und raus gefunden, dass der sogenannte easy Bus die billigste Variante ist um vom Flughafen Gattwick in die Stadt zu kommen. Wir warteten an der Haltestelle, aber nichts passierte. Immer wieder kamen Busfahrer vorbei die wir fragten, ob wir richtig stehen würden. Insgesamt eineinhalb Stunden warten wir und waren total durchgefroren und wollten nur noch schlafen. Dann hatten wir genug vom Warten und wollten den Zug nehmen. Dieser kostete statt 9£ dann schon 15£ (17 €). Wir fragten einen Angestellten, ob das Gleis auf dem wir stehen das richtige sei. Auch die Anzeige sagte, dass wir richtig stehen würden. Der Zug kam und wir sollten eine halbe Stunde fahren. Nach 40 min. in denen wir vor uns hin dösten, fragten wir uns, wann wir endlich da seien. Auch ein anderes Mädel fand das komisch. Ich guckte in GoogleMaps (im Zug gab’s WLAN) und stellte erschrocken fest, dass wir eineinhalb Stunden von London weg waren. Wie konnte das passieren ? Ein junger Mann fragte wo wir hin wollten. Er machte große Augen und sagte, dass es um diese Zeit keine U-Bahnen mehr gäbe. Es war schon nach 1. Er erkläre uns, dass wir den letzten Zug nach Paddington nehmen müssten und von dort aus die halbe Stunde mit dem Taxi. Wir waren total sauer als wir erfuhren, dass sich kurzfristig das Gleis geändert hatte und es nicht durchgesagt oder sonst wie kommuniziert wurde.

Wir stiegen dann in Reading aus und fragten Angestellte wo wir hin müssten. Wegen einer Störung würde unser Zug nicht fahren, so die beiden. Vielleicht hätten wir Glück und der letzte Zug der eine Stunde vorher fahren hätte sollen, würde noch kommen. Die zwei Angestellten waren super nett und sagten wir sollten uns den Fahrpreis von der Bahngesellschaft zurück erstatten lassen. Der verspätete Zug kam glücklicherweise und wir kauften kein neues Ticket. Auch das andere Mädel die nach London wollte kam mit. Die netten Männer beschafften uns einen Platz in der ersten Klasse. Da saßen wir wie die Könige auf den Ledersesseln.

Zum Glück gab’s WLAN und so buchte ich ein Uber (privates Taxi). Als wir in Paddington ankamen, rannten wir rum wie blöd und fanden das Taxi nicht. Wir hatten keine Lust mehr und es ging einfach alles schief. Kein Mensch war mehr auf der Straße unterwegs und es war unheimlich. Wir standen da und wussten nicht was wir tun sollten. Ich fragte Anna: „Meinst du diese Gegend hier ist sicher?“ Anna: „Als ob nicht, wir stehen vor dem Hilton Hotel!“ Da hatte sie allerdings recht. Ständig hielten Taxis an und wir schickten sie weiter. Als wir beschlossen, dass das Uber nicht mehr kommen würde und wir einmal um den Block gelaufen sind, wollten wir ein normales Taxi nehmen. Leider kam dann (wie es der Teufel wollte) keins mehr. Dann wurden mir auch noch 5£ für das Uber berechnet. Irgendwann hielt ein Fahrer an und wir stiegen ein. Die Fahrt kostete uns nochmal 15£ was echt ärgerlich war.

Zumindest hatten wir es dann endlich ins Hostel geschafft und waren fix und fertig. Glücklicherweise gab’s im Generator Hostel eine 24h Rezeption. Das Problem im Hostel ist, dass man mitten in der Nacht im Zimmer nicht unbedingt das Licht anmachen sollte, wenn einem was daran liegt sich noch mit den Zimmergenossen zu verstehen. So stolperten wir in einem unbekannten Zimmer im Dunkeln rum, bis wir unsere Betten fanden und uns umgezogen hatten. Leider hatte ich kein Kissen weswegen ich nochmal den ganzen Weg (der echt lang war) durchs Hostel musste um mir eins zu holen. Es war schon 4 als ich endlich todmüde ins Bett fiel. Morgens noch gearbeitet und jetzt in einem fremden Bett in einem anderen Land. Wie schnell das geht – Europa sei Dank! So haben wir vom Flughafen ins Hotel sage und schreibe 6h gebraucht, für das, dass der Flug gerade mal eine Stunde war.

Bisher kann man übrigens noch mit einem Personalausweis in England einreisen, was sich aber dank Brexit bestimmt bald ändert.

Natürlich schliefen wir nach dieser anstrengenden Reise schnell ein.

 

Liebe Grüße aus London

Nadine

Bye Milan

Sonntag, 04.12.2016

Schon der letzte Tag. So ein Kurztrip, ist wie der Name schon sagt, viel zu kurz. Trotzdem kam Urlaubsfeeling auf. Es ist schön selbst nur für ein paar Tage zu verreisen und so wurde unser Fernweh wenigstens ein bisschen gestillt.

Unser Zimmer

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Wir konnten leider nicht mehr viel machen an diesem Tag. In aller Ruhe frühstückten wir und begaben uns in Ruhe nach dem Auschecken Richtung Bahnhof. Dort gab es einige Läden und uns zog es ein letztes Mal zum shopping. Gut, dass ich nichts kaufte, denn wir hatten ja nur Handgepäck frei. Der Hauptbahnhof (Stazione di Milano Centrale) ist ein gigantisches, altes Bauwerk (1931 fertig gestellt) und enthält viele historische Elemente. Er ist ein Kopfbahnhof und einer der wichtigsten Bahnhöfe im europäischen Verkehrsnetz.

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Da es uns schnell zu kalt wurde, viele Obdachlose am Bahnhof rum lungern und es stank, setzten wir uns noch auf einen gemütlichen Kaffee zum MC Donalds. Lena guckte auf ihrem Handy Serien und ich las in meinem Kindle.

Hochmotiviert 😀

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So ging die Zeit schnell rum und wir liefen zum Bus, der vor dem Hauptbahnhof abfährt. Wie immer planten wir viel Zeit ein und waren ewig vorher am Flughafen. Der Bus brauchte 45 Min. und wir hatten noch viel Zeit. Beim Security Check hatte ich ein bisschen Angst, weil mein Backpack ein bisschen zu groß war und der Mann richtig streng kontrollierte und viele Leute wieder weg schickte um umzupacken. Ich kam durch, aber musste meine Jacke und meine Kamera in meinen Rucksack packen, um alles kurz danach wieder raus zu holen. Der Flughafen war ziemlich leer und wir kauften uns was zu Essen und chillten.

Die dicken Wolken am Himmel, jagten mir schon wieder Angst ein. Flugangst olè. Diesmal saßen wir auch leider nicht am Fenster. Wir konnten pünktlich boarden, aber die Wolken blieben. Die Sonne war unter gegangen, als wir in der Luft waren und das ist schlecht, weil ich dann nichts sehe. Ich muss immer die Wolken beobachten um mich auf Turbulenzen vorzubereiten. Es wackelte ein paar Mal und ich war schon wieder nass geschwitzt. Lena hat da echt Geduld mit mir. Der Landeanflug war der Horror für mich. Das Licht an der Tragfläche sah aus als es ob es blitzen würde. Da kamen die Bilder von meinem Horrorflug wieder hoch und ich bekam Schnappatmung. Auch das Konzentrieren auf die Atmung half nicht viel. Es war total unheimlich, weil es ja dunkel war und man es nur blitzen sah. Mir vielen tausend Steine vom Herzen, als wir aufsetzten.

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Eigentlich sollten wir unser Gepäck beim raus laufen aus dem Flugzeug wieder bekommen. Wir mussten es abgeben, weil in den Handgepäcksfächern kein Platz mehr war. Leider war da aber keiner der es uns zurückgab. Die Rucksäcke kamen dann auf dem Kofferband mit den Koffern an. Darüber war ich überhaupt nicht glücklich. Ich machte mir Sorgen wegen meinen Wertsachen und weil der Rucksack nicht fürs Gepäckband gemacht ist. Außerdem warteten wir ewig. Zum Glück war alles unversehrt.

Eigentlich wollte Lena nicht zur S-Bahn rennen, aber entschied sich um. Wir hatten noch 3 Minuten bis zur Abfahrt und auf die nächste Bahn hätten wir nochmal eine halbe Stunde warten müssen. Wir kauften in Rekordschnelle Tickets und gerade so reichte es uns in die Bahn rein. Das war Stress.

Mein Papa hatte mir mein Auto an den Bahnhof gestellt und den Schlüssel aufs Rad gelegt und so fuhren wir gleich vom Bahnhof nach Hause.

Das war echt ein schöner Trip und nun haben wir ein Reiseziel mehr gesehen.

Hoffentlich machen wir bald wieder so einen coolen Ausflug.

Liebe Grüße und bis zur nächsten Reise
Nadine