Fruitpicking

Donnerstag, 25.02.2016

Um 7 morgens hatte ich gefrühstückt und war bereit anzufangen. Helen erwartete mich schon. Sie gab mir Handschuhe und ein Messer und lief mit mir aufs Feld. Das ist ca. 500 m vom Haus weg. Es gibt hier nummerierte Reihen mit vielen Weinreben. Helen erklärte mir, das ich mit dem Messer immer die Trauben von den Reben abschneiden und dann in einen Eimer werfen muss. Pro vollem Eimer verdiene ich 1,22 $, das sind 5ct pro Eimer mehr als der Mindestlohn. Dadurch dass so viele Trauben an einem Bündel hängen (so wie man das aus dem Supermarkt kennt) wird ein Eimer relativ schnell voll. Helen war so nett und half mir eine ganze Weile mit dem Pflücken. Ihre Eimer zählten als meine, was meinem Verdienst natürlich zu Gute kam. Das fand ich eine sehr nette Geste. Generell verhält sie sich total wie eine Oma. Sie sagt ich soll hier und da aufpassen, gibt mir Tipps wie es schneller geht und sorgt sich um mich. Wichtig ist nur, dass ich den Eimer direkt unter die Reben stelle, dass die Trauben gleich rein fallen und ich sie nicht aufheben muss und dass ich den Eimer bis oben hin voll mache. Außerdem müssen die vollen Eimer an der Seite stehen, dass wenn Brian kommt und diese mit dem Traktor einsammelt, sie nicht überrollt. Ein Plastikeimer kostet nämlich fast 20$ zu kaufen. Als ich das ein paar Mal vergaß, erinnerte mich Helen ganz lieb und geduldig daran und meinte, dass es ja auch viel zu merken sei am Anfang. Eigentlich ja nicht 😀 Ich solle so viele Trauben essen wie ich möchte, so die Beiden. Wenn man diese aber den ganzen Tag pflückt, denkt man gar nicht daran sie zu essen.
Als Helen weg war, war ich ganz allein. Sandy (die Aborigini) ist ganz woanders auf dem Feld und ich sehe sie gar nicht. So hatte ich viel Zeit über alles Mögliche nachzudenken und pickte fleißig Trauben vor mich hin. Da ich weder mein Handy noch eine Uhr hatte, verging die Zeit sehr schnell. Um 9 kamen Brian und Red (der Hund) mit dem Traktor um meine Eimer einzusammeln. 51 zählte er und das sei wohl ganz okay für einen Morgen. Da lernte ich auch Luke kennen. Er arbeitet mit Brian in der Werkstatt und sammelt die Eimer mit ihm ein. Er ist 24 und wohnt hier in Nyah mit seiner Freudin und den beiden Kindern.
Helen entschuldigte sich, dass Brian viel zu tun hat. Sie hatte einen Picknickkorb mitgebracht. So saßen wir in den Weinreben auf dem Boden, sie schenkte Kaffee ein und wir aßen ihren selbstgemachten Kuchen. Das nennt man in Australien „Morning-Tea“ und ich finde das eine sehr gute Idee. Wir unterhielten uns gut und dann ging ich wieder an die Arbeit. Ich fragte mich, wann ich mir das erste Mal in den Finger schneiden würde, aber hab ja zum Glück Handschuhe an. Außerdem soll ich ein langes Baumwollhemd und eine lange Baumwollhose tragen, damit ich keinen Sonnenbrand bekomme und mich nicht an den Reben aufritze. Mein Hut ist auch ganz wichtig. Die Temperaturen waren sehr angenehm und mit nicht mal 30 Grad perfekt zum Picken.
Um 12 kamen Brian und Red auf dem Quad um mich abzuholen. Helen und Luke saßen schon am Gartentisch und machten Mittagspause. Ich hatte keinen Hunger und trank nur was. Helen konnte das als gute Oma nicht mit ansehen und meinte ich brauche Energie. Sie brachte mir einen Pfirsich und machte mir Kaffee. Sie ist einfach so goldig. Nach ca. 30 Minuten lief ich wieder zum Feld und machte weiter. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wie viele Eimer ich gepickt hatte und ob ich schnell oder langsam war.
Um 4 kam dann nochmal Helen mit dem Picknickkorb. Diesmal war Afternoon-Tea angesagt und wir machten dasselbe wie am Morgen. Sie fragte mich, ob ich genug hätte oder noch weiter picken will. Bis ca. 5 machte ich noch weiter und dann beschloss ich, dass das für diesen Tag reichen müsste.
Dank der Hilfe von Helen hatte ich an diesem Tag etwas über 100 volle Eimer und somit mehr als 100$ verdient. Leider gehen immer noch 13% Steuern weg.
Nach Feierabend saßen wir zusammen, ich bekam noch einen Kaffee und wir ließen meinen ersten Arbeitstag ruhig ausklingen.
Helen bot mir an meine Sachen zu waschen, wenn ich es bräuchte und gab mir eine neue gefrorene Flasche für meine Kühlbox. Diese steht in meinem „Camp“ und ist total geschickt. Jeden Tag wird eine volle Wasserflasche eingefroren und dort rein gelegt. So bleibt auch ohne Strom alles kühl und frisch. Gar nicht so doof die Australier. Auch am Morgen hatte ich eine gefrorene Wasserflasche fürs Feld bekommen. So hat man den ganzen Tag kühles Wasser und es taut relativ schnell auf, sodass man es auch trinken kann.
In meinem Camp habe ich sogar Strom und eine Lampe. Somit habe ich eine kostenlose Unterkunft und kann das ganze Geld was ich hier verdiene, sparen.
Ich war gar nicht so fertig wie ich dachte und mir tat nichts weh. So ging ich erst spät ins Bett. Vom Auto aus hört man die lauten Trucks (LKW) die hier vorbei donnern. Die Farm ist nämlich direkt an der Hauptstraße und obwohl Nyah nur 300 Einwohner hat, führt der Highway hier mitten durch.

Liebe Grüße von der neuen Fruitpickerin
Nadine

 

Brian und Red-dog

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Blue-dog

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Blue muss an die Kette wenn jemand kommt

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Garten

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Haus von Brian und Helen

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Der blinde Red

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Mittagspause Helen und Brian

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Mein Campingplatz

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Meine „Küche“

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Weg zu den Weinreben

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