Ballermann – is there anyone?

Donnerstag, 02.11.2017

Keine Party am Ballermann

Dass das mit dem Ausschlafen im Urlaub nichts wird, damit haben Papa und ich uns gleich abgefunden. So saßen wir schon wieder früh im Auto und fuhren zum S`amarador Beach.
Das Navi kannte die schmalen Straßen nicht und wir irrten ständig im Kreis herum. Irgendwann schlug ich vor, einfach mal den Straßenschildern zu folgen, was auch klappte und wir standen auf einem Parkplatz. Bei bestem Wetter liefen wir durch schöne Pinienwälder und standen an einer Holztreppe im Sand. Der Blick der sich dann bot war einfach nur gigantisch. Das Meer leuchtet in unzählig vielen Blautönen und der Sand ist total weich. In dieser wunderschönen Bucht war es total windstill und so stelle ich mir die Karibik vor. Nebensaison sei dank war der Strand nicht komplett überfüllt und wir konnten in aller Ruhe dieses schöne Panorama genießen. Es führt ein kleiner Sandweg am Meer entlang und man sieht Segelboote und das offene Meer. Wir beobachteten, wie der „ADAC“, alias Mann mit Schlauchboot kam und an einem anderen Boot die Batterie austauschte. Das ging einfach und unkompliziert und das kleine Boot lief wieder.
Zum Glück hatte ein Cafè am Strand offen und so setzten wir uns und genossen bei einem Kaffee die Sicht aufs Meer. Das hier ist definitiv die Karibik von Europa.

Wir machten einen kurzen Abstecher nach Santanyí bevor es weiter nach Palma ging.

Da wir Mallorca nicht verlassen wollten, ohne den Ballermann gesehen zu haben, fuhren wir dort hin.
Es gab einen Platz direkt neben dem Bierkönig für unsere Knutschkugel und wir setzten uns erst mal in ein Restaurant um einen Kaffee zu trinken. Auch hier merkt man sehr deutlich, dass jetzt Wintersaison und einfach nichts mehr los ist. Beim „Mega-Park“ räumten gerade Mitarbeiter alles aus, denn dieser hat über den Winter komplett geschlossen.
Wir liefen entlang der Strandpromenade am 8km langen Sandstrand, also dem Ballermann. Auch hier musste man die Menschen suchen. Um diese Jahreszeit verirrt sich wohl keiner auf die sonst so belebte Partymeile. Oma und ich waren mal wieder nicht zu halten und wanderten von Laden zu Laden. Papa machte alles geduldig mit und beschwerte sich nicht. Sehr viele Restaurants, Bars und Läden an der Platja de Palma (Playa de Palma) waren geschlossen und auch viele Hotels hatten die Scheiben abgeklebt. Irgendwie erinnerte uns das alles an eine Geisterstadt. So habe ich mir „Malle“ nicht unbedingt vorgestellt. Obwohl ich wusste, dass das Closing ja schon vor zwei Wochen war.


Um unser kulturelles Erlebnis zu erweitern, schauten wir noch beim berühmten „Bierkönig“ vorbei. Der Bierkönig ist eine Mischung aus Biergarten und Freiluft-Großraum-Disko und befindet sich in der „Schinkenstraße“. Hier feiern normalerweise bis zu 4.000 Menschen, aber an diesem Tag waren die Besucherzahlen eher spärlich. Trotzdem gönnten wir uns einen „Fruchtzwerg“ (Likör) und ein Bier und lauschten der deutschen Schlagermusik. Apropos Deutsch: Ich wusste ja, dass Mallorca sehr deutsch ist. Es heißt ja nicht umsonst „17. Bundesland“. Dass es aber so deutsch ist, hätte ich nicht erwartet. Jeder spricht deutsch, es hat einfach überall Deutsche, fast jeder Laden hier ist Deutsch, die Musik hier ist Deutsch, alles steht überall auf Deutsch und überhaupt ist hier einfach alles Deutsch. Irgendwie ein bisschen schade, dass man hier mit Deutsch besser voran kommt als mit Spanisch. So eine richtige Spanische Kultur scheint es (zumindest an der Platja) wohl nicht (mehr) zu geben.



Da S`Arenal sonst nicht wirklich nicht viel zu bieten hatte und ja sowieso alle im Winterschlaf waren, traten wir wieder den Heimweg an. Irgendwie waren wir alle ein bisschen enttäuscht. Hatte ich mir doch den Ballermann viel größer und schöner vorgestellt. Vielleicht sieht das mit ein paar Bier intus und mehr Leuten auch genau so groß aus wie im TV. Wer weiß, vielleicht komme ich auch mal zum Feiern hier her und kann berichten.
Unterwegs stoppten wir noch beim „Müller“ den es hier auch gibt und Papa musste wieder lange auf seine Mädels warten.

Da wir keinen Tag früh zurück kommen, war es wieder spät und wir waren eine der Letzten am Buffet beim Abendessen.
Weil man hier erst mal die vielen Eindrücke eines Tages verarbeiten muss, gingen wir alle Schnitzelfertig ins Bett.

Liebe Grüße vom Ballermann
Nadine

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