Holy Night – but not in Australia

Donnerstag, 24.12.2015 (Heilig Abend – aber nur in Europa)

Mein Chef war sehr nett und ich musste nur das übliche machen. Die Pferde kamen alle in die Führanlage.
Ich war langsam mit Packen und Richten, aber kam trotzdem um 10 schon los.
Zu meiner Überraschung bekam ich Geschenke von meinem Chef und seiner Familie. Ich darf sie aber erst am 25. aufmachen 😉 das fand ich eine total tolle Geste !
James malte mir eine Karte mit dem schnellsten Weg nach Toowoomba auf. Dies war die schnellste Route. Es regnete wie aus Kübeln, mir kamen fast keine Autos entgegen und die Straße war schmal. Außerdem glich die Strecke einem Vogelfriedhof. So viele tote Vögel hab ich noch nie gesehen. Ohne dass ich was dafür konnte ist mir einer von oben aufs Auto geflogen, aber es hat ihn nicht wirklich erwischt. Die Strecke führte zwischen Feldern durch und alles war total schön grün.
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Nach 2 Stunden kam ich im wunderschönen Luxus-Wohngebiet in Toowoomba an. Das Haus ist riesig und der englische Rasen sehr gepflegt.
Letztes Jahr habe ich Silvester in Las Vegas gefeiert. Dort habe ich den Australier „Brett“ kennen gelernt. Ich kannte ihn noch nicht mal 5 Minuten da hat er mich eingeladen Weihnachten dieses Jahr mit seiner Familie zu feiern. Er meinte er will nicht, dass ich allein feiern muss. Ich bin zwar die Art von Mensch die Versprechen einhält und sagte gleich zu, aber man weiß ja nie was ein Jahr später ist. Brett ist 27 und arbeitet in San Francisco. Und siehe da: ein Jahr später sind wir immer noch im regelmäßigen Kontakt und ich bin dabei an seiner Türe zu klingeln. Da ist Australien größer als Europa und seine Familie wohnt ums Eck von meiner Farm. Total geschickt !
Brett und seine Mutter Lyn empfingen mich mit einer sehr herzlichen Umarmung. Bretts Schwester und ihr 6 Monate altes Baby waren auch da. Wir unterhielten uns sehr lange und alle sind unbeschreiblich herzlich. Lyn bedankte sich sogar, dass ich Weihnachten mit ihnen feiere. Eigentlich muss ich mich doch bedanken 😀 Ich sollte auf dem frisch gemähten, englischen Rasen parken und fragte 100 Mal, ob ich den schönen Rasen wirklich kaputt machen soll.
Bei strömendem Regen und nicht mal 20 Grad machten wir uns mit dem Auto auf zur Sightseeing-Tour. Ich sah den Picknick-Point (toller Aussichtspunkt)

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Bisschen weit nach Hause 😀

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, wir besuchten Bretts Bruder Jared im Pub beim Arbeiten und tranken ein Bier und sahen Bretts Schule, frühere Arbeit usw. Toowoomba ist echt schön.
Nachdem das Auto bis oben hin vollgepackt war, fuhren Lyn, Brett und ich zur Kirche. Ok, Kirche ist eigentlich das falsche Wort. Es sah vielmehr aus wie ein gigantischer Konzertsaal mit Discokugel und grandiosem Soundsystem. Es gab sogar Parkplatzeinweiser. Die 1500 Sitze der Hume Ridge Church of Christ waren alle belegt. Unbeschreiblich ! Es war alles andere als ein gewöhnlicher Gottesdienst.
Eine total gute Band spielte ein gutes Lied nach dem anderen und auf der überdimensionalen LED-Leinwand waren die Texte zum Mitsingen. Auch einige junge Talente waren dabei und spielten E-Gitarre und Bass. Ich kannte die Lieder nur in deutsch und „Stille Nacht“ hört sich auf englisch sehr lustig an.
Dann kam plötzlich Captain-Jack-Sparrow zur passenden Musik eingelaufen und außerdem einige bekannte Gesichter von Star-Wars. In dem Anspiel ging es darum, dass Gott der Anker ist, weil der Pirat seinen verloren hatte. Danach gab es die Weihnachtsgeschichte total schön verfilmt auf Leinwand. Das Highlight war definitiv die Befragung der Kinder. Diese (im Alter von 4-10) wurden typische Fragen gefragt, z.B. warum Jesus in einem Stall geboren wurde, was die Geschenke der Könige waren, usw. Die Antworten waren grandios und alle mussten laut lachen. Daraus komponierten zwei Männer der Kirche dann ein Lied und die Band sang es live. Der Song war total gut und ich hatte Tränen in den Augen vor Lachen. So bekam Jesus eine Star-Wars Figur als Geschenk, die drei Könige ritten auf Schafen, Jesus wurde im Stall geboren, weil alle 5-Sterne Hotels ausgebucht waren, Christmas steht für: Christ – Man A Saviour und vieles mehr. Der Pfarrer sendete seine Weihnachtsgrüße auf die Leinwand vor seinem Weihnachtsbaum zu Hause und sagte man solle nicht zu viel essen. Der war total lustig.
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Ein Mann las eine berührende Geschichte vor. Dort ging es um eine junge Frau die Krebs hatte und dem Tod nahe. Ihr letzter Wunsch war, Weihnachten zu Hause zu verbringen, falls sie bis dahin noch leben sollte. Der Arzt stimmte zu, aber wusste, dass sie das nicht überleben würde. Trotzdem war sie an Weihnachten noch am Leben und durfte für diesesn Tag nach Hause. Danach ging es ihr jeden Tag schlechter und alle Behandlungsmethoden blieben ohne Erfolg. Obwohl sie nichts aß, musste sie immer spucken. Der Arzt fand heraus, dass sie schwanger war. Plötzlich ging es ihr von Tag zu Tag besser. Was die Ärzte an ihre Grenzen gebracht hatte, hatte der Embryo geschafft: Die Frau zu heilen. Als das Baby geboren wurde war die Frau wieder komplett gesund. Diese Geschichte ist von Amerika und von dem Arzt aufgeschrieben worden. Das ist ein wahres Wunder und echt unglaublich.
Ein anderer Mann beschrieb den typischen Weihnachtstag bei über 30 Grad, Cricket im Garten und Grillen.
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Nach dem Gottesdienst konnte man gegen eine freiwillige Spende Melonen mitnehmen. Diese Kirche war echt total außergewöhnlich und etwas das ich noch nie gesehen habe. Wenn es das in Deutschland geben würde, wäre ich bestimmt jede Woche in der Kirche. Lyn, die keinen Gottesdienst verpasst meinte, dass es immer so modern dort ist.
Im Regen fuhren wir zu Bretts Schwester Renee und ihrem Mann Chris die auch in Toowoomba wohnen. Die beiden haben zwei kleine Kinder die uns nett empfingen. Es gab selbst gemachte Pizza und Bier.
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In Australien wird Weihnachten erst am 25. gefeiert und so war es nur ein gemütliches Zusammensein. Chris` Papa aus England (David) war auch da. Auch Bretts Bruder und seine Freundin kamen. Nach dem Essen saßen wir alle vor dem TV und guckten ein total schönes Weihnachtskonzert. Das wurde live von Melbourne übertragen. Dort waren viele berühmte Stars und es war super gemacht.

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In Australien ist es Tradition, Futter für die Rentiere raus zu bringen. Die 6 Santa-Rentiere haben sogar offiziell Namen. So streuten wir Haferflocken mit Glitzer im Garten aus und legten Karotten auf den Gehweg. Das finde ich eine total süße Tradition. Das Essen für Santa-Claus wird im Haus hin gestellt.
Die ganze Familie ist super nett. So bot mir Renee gleich an, ihr WLAN zu benutzen. Das ist ein echter Luxus. So konnte ich nach Monaten mal wieder mit der Familie skypen. In Deutschland war es noch morgens. Das war schön und ich konnte sehen, dass es allen gut geht. Danach fragte mich Lyn, ob ich jetzt weine und arg Heimweh habe, aber durch Skype fühlte ich mich als wäre ich Zuhause und Bretts Familie war ein sehr guter Ausgleich. Ich lachte nur. Auch die ganze Familie von Brett wollte meiner Familie mal hallo sagen. Das war lustig, weil von meiner Familie fast keiner englisch kann. So musste ich alles übersetzen.
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Dann schlugen wir unser Matratzenlager auf und das ganze Haus wurde zum Schlafsaal. Ich schlief alleine im Ess-, und die anderen im Wohnzimmer. Als die anderen schon lange schliefen, stand ich im Garten und skypte im Dunkeln mit meiner Mama, Uli, meiner Schwester Jolina und meinem Bruder Luca bis tief in die Nacht. Das war sehr schön und die Kinder konnten kaum die Bescherung abwarten.
So hatte ich einen total schönen Heilig Abend und freute mich schon auf die kommenden Tage.

Frohe Weihnachten nach Deutschland
Nadine

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