New german Backpacker, Sea, and one more horse

Montag 27.07. – Sonntag 02.08.2015

Die 4. Woche auf der Farm war gut. Montags kam Alex der Manager und sagte mir, dass ich auch die andere Stute von David und Heather reiten darf. Ich hab mich natürlich riesig gefreut und Precious gleich an diesem Tag von der Koppel zum richten geholt. Leider war das Hufeisen locker und ich musste sie wieder zurück stellen. Precious und mein Kuhpony Gipsy sind Oma und Enkelin und beste Freundinnen. Sie stehen auch zusammen auf der Koppel und sind die Springpferde von David, Heather und Kate. Sie wurde aber aus Zeitmangel schon eine ganze Weile nicht mehr geritten. Die Fuchsstute ist ebenfalls ein Warmblut, 14 Jahre alt und bis S – Springen gegangen, hat also auch nichts mit Rennen zu tun.
Am Dienstag kam dann der total nette Schmied Lee und meinte wenn ich ihm einen Kaffee mache, bekommt Precious neue Hufeisen. Aus dem Spaß wurde ein guter Cappucino für ihn und ich konnte reiten. Den Sattel und die Trense musste ich erst mal viel größer machen, ich brauchte einen weiteren Sattelgurt und musste von einem Stuhl aus aufsteigen. Zuerst aber sollte ich sie im Roundpen laufen lassen, dass sie bei mir nichts macht. Nicht nur äußerlich haben meine Mädels nicht viel gemeinsam. Precious hat viel mehr Schwung, einen guten Vorwärtsdrang und einen schlechteren Galopp als Gipsy. Sie war aber mega brav und auch auf ihr fühle ich mich total sicher. Sie ist so schwer zu sitzen dass ich glaube, ich bekomme gute Bauchmuskeln. Auch an den Zügel reiten geht bei der großen Stute schwieriger als bei meinem Kuhpony. Nach nicht mal einer halben Stunde leichter Arbeit war Precious schon klatsch nass geschwitzt. Es tut mir immer in der Seele weh, aber auch ich muss die Pferde nach dem Reiten bei 6 Grad mit kaltem Wasser abspritzen und danach die Stalldecke drauf machen. Precious sieht aus als ob sie trächtig wäre und ihr tut es auch gut, wenn sie mal wieder gearbeitet wird. Jetzt hab ich 2 quasi eigene Pferde die ich so oft reiten kann wie ich will und damit bin ich mehr als glücklich.
Mein Lieblingsrennpferd ist Black Beauty. Er ist so hübsch, lieb und schmust immer total lange und gerne mit mir. Ich hoffe er bleibt noch lange da. Er heißt zwar eigentlich nicht so aber ist richtig schön und sieht aus wie ein Warmblut.
An einem Tag sollte ich ein Pferd auf eine Koppel bringen und im Gegensatz zum letzten Mal war es nun die richtige Koppel. Nur war das Pferd so schnell weg, dass ich das Halfter gar nicht abmachen konnte. Gut, dass es aber bald stehen blieb und ich es abmachen konnte.
Leider ist freitags meine Lieblingskollegin gegangen, weil sich der weite Anfahrtsweg für sie nicht lohnt. Davor hat sie mir noch gezeigt wie man die Ladefläche vom Ute kippt und den Mist ausleert und den Allradantrieb aktiviert. Niemand will es machen, weil die Miste eine Matschpiste ist und man immer mit dem Auto rutscht. Mir macht es total viel Spaß da rum zu driften und den weißen Ute mit Matsch einzusauen 😉
Mit Jack war ich im Bauhaus weil er viele Sachen brauchte. Er richtet derzeit einen neuen Container für die Backpacker ein und baut ein Bad zwischen beiden Containern. Im Bauhaus war es sehr lustig und ich hätte nicht gedacht, dass man da viele tolle Sachen findet 😉 mein Geldbeutel wurde aber geschont und ich kaufte nichts. Wir luden lange Bretter ins Auto und ich fragte Jack wie man die kennzeichnet. Obwohl es dunkel war fuhren wir ungesichert und ohne Kennzeichnung so nach Hause. No worries !
Dienstag wurden 12 Pferde in den neuen Stall gestellt und die 3 die dort waren, wieder zur Farm gebracht. Nun sind alle Boxen dort voll. Ich hab die Aufgabe dort jeden morgen hin zu fahren. Erst miste ich einige Boxen auf der Farm und dann fahre ich zum 1km entfernten neuen Stall, wo ich ganz allein bin. Ein Grund warum dort niemand hin will ist, dass es sehr gefährlich ist, weil es niemand mitbekommt wenn was passiert. Zuerst mache ich den Pferden die Decken runter und die Halfter drauf und wenn der Fahrer kommt, laden wir die Pferde zu 2. auf den LKW. Außerdem füttere ich Heu, miste und fege. Es ist ein bisschen einsam und ruhig, weil die Pferde ja auch nicht da sind, aber man gewöhnt sich dran.. Wenn der Fahrer dann zurück kommt, stellen wir die Pferde zurück, ich mache die Halfter runter und decke sie wieder ein. Ich fahre immer mit dem großen Ute (Landrover) und der ist total scheiße zu fahren. Man muss die Kupplung so arg drücken, für die Gänge braucht man gute Muskeln (man muss ja auch noch mit links schalten), das Auto ist riesig und der Schlüssel ist links, was mich immer verwirrt. Ich hasse dieses Auto und wir werden keine Freunde mehr.
Zurück auf der Farm muss ich dann noch mehr Boxen misten, fegen, rechen, Heu füttern, LKW sauber machen, Handtücher waschen, usw. Also hat sich an meinen Aufgaben leider nichts geändert.
Die Pferde sind hier sehr erfolgreich und beim Rennen diese Woche hat eins gewonnen und eins wurde 2.
An meinem freien Nachmittag war wieder schönes Wetter und ich hatte viel Zeit beide Pferde zu reiten. Gipsy läuft auch immer besser und ich bin sehr froh, dass das so gut klappt.
Am Freitag bekam ich Verstärkung. Ich holte den anderen deutschen Backpacker Jona vom nahe gelegenen Frankston ab. Dieser ist Sohn von 2 Tierärzten, 18, ebenfalls Springreiter und hatte auch ein Pferd in Deutschland. Er kam durch Sophia hier her. Da ich den Nachmittag frei hatte, gingen wir zum Strand und tranken einen Kaffee in einem Restaurant. Wir verstanden uns gleich richtig gut und hatten einen sehr schönen Nachmittag bei perfektem Wetter. Zum zweiten mal hab ich somit Meer in Australien gesehen und der Sandstrand ist total toll. Eine ganze Weile saßen wir am Pier auf einer Bank und redeten ohne Punkt und Komma.
Damit er gleich alles hat sind wir in den Aldi zum einkaufen gefahren. Für Jona der erst seit 1 Woche in Australien ist, ist vieles noch ungewohnt, aber ich freue mich ihm alles zeigen zu können.
Wir waren rechtzeitig zurück und ich hab noch schnell mein „Pony“ gerichtet und bin das erste mal auf dem Track geritten. Darauf hatte ich mich schon sehr lange gefreut. Erst lange Schritt, dann eine Runde im Trab, dann eine Runde langsamer Galopp und als Gipsy das lieb gemacht hat, wurde es spannend. Ganz ohne Druck hat sie alles gegeben und wir sind ordentlich über die 800m lange Sandbahn gefetzt. So schnell, dass mir Tränen vom „Fahrtwind“ in den Augen standen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich hab richtig gemerkt, dass Gipsy alles gegeben hat, es ihr Spaß machte, ich hab mich super sicher gefühlt und wir hatten total viel Spaß. Jona hat die Zeit gestoppt und als David, Heather, Kate und Alex mit dem Auto vorbei kamen, hab ich ihnen erzählt, dass wir bald auf unserem ersten Rennen starten 😛 ich hab Trackrider John gefragt wie schnell so ein Rennpferd wird und da müssen das Kuhpony und ich noch eine Weile üben 😛 auf jeden Fall werd ich das nun ab und zu wiederholen. Es ist eine perfekte Abwechslung zum Dressurreiten auf dem Platz. Die Gaudi lass ich mir nicht nehmen.
Samstag musste Jona dann auch gleich um 4 aufstehen und ich hab ihm alles gezeigt. Er ist sehr schnell mit misten und so ist das eine große Entlastung für mich. Wir waren auch viel früher fertig als sonst. Am Wochenende mussten wir auch beide mittags arbeiten und auch das ging schnell. David kam zu Jona und meine, dass er Precious immer reiten und bald auch springen darf. Das Wetter war gut und so ritten wir zusammen. Nachdem Kate für uns einen zweiten Sattel und Trense, Helm und Stiefel für Jona und alles andere raus gesucht hatte, gingen wir zusammen auf den Reitplatz und es war lustig. Beide Pferde waren gut drauf. Ich freue mich, dass wir zusammen reiten können und hab Jona gesagt, dass ich Precious aber auch noch ab und zu reiten will. Das war natürlich kein Problem für ihn 😉 Es ist super, dass wir uns so gut verstehen und ich nun wieder unter Gleichaltrigen bin. Zum Einstand hat Jona gekocht und da er nix anderes kann gabs Nudeln. Das wird’s in Zukunft wohl noch öfter geben 😉
Sonntag Abend waren wir diesmal zu 2. im Mc Donald um WLAN zu schnorren 😛

Farmergrüße
Nadine

Ich hab Gemüsekuchen gebacken

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Precious ist nass geschwitzt

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Precious und Gipsy auf der Koppel
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Jack und der Mann vom Baumarkt haben einen „geringen“ Größenunterschied
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Schöner Morgen im neuen Stall
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Endlich Sonne
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Indisches Essen von Jack
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Am Strand von Frankston

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Gipsy und ich, Precious und Jona
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Mein Kuhpony ❤
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Melbourne again

Sonntag, 26.07.2015

Das Wetter war wie fast immer doof, aber ich hatte frei. Das ist ja in dem Job sehr rar. Eigentlich wollte ich reiten, aber es hat so krass gestürmt, dass es wegen umfallenden Bäumen zu gefährlich gewesen wäre. In Australien sind auch Reithallen nicht üblich.
Irgendwann schon nach 12 Uhr haben Jack und ich uns nach einem ausgiebigen Frühstück mit Toast und Frühstücks-Ei aufraffen können aus dem Haus zu gehen.
Ein Tagesausflug ins 1 stündig entfernte Melbourne stand auf dem Plan.
Der Weg da hin ist eigentlich nur gerade aus und es gibt eine Mautstraße und eine kostenlose. Jack hat einen elektronischen Sensor im Auto mit dem die Maut günstiger ist und wollte deshalb diese Route nehmen. Nach einer Weile im Kreis in einer Stadt rum fahren, hab ich ihn gefragt, ob er weiß wo wir sind. Er hatte sich wohl spontan Umentschieden den anderen Weg zu fahren, aber ins Navi was anderes eingegeben. Obwohl mein Orientierungssinn nicht gut ist, kann ich die Strecke nach Melbourne ohne Navi fahren, aber Jack’s Stolz hat es nicht erlaubt sich von mir helfen zu lassen. Irgendwann nach öfterem vergurken, fragte ich ihn: „We are completely wrong, right?“ Und musste darüber unwillkürlich lachen. Er hatte keine Ahnung wo wir waren.
Schlussendlich ging’s doch über die Mautstraße und bei strömendem Regen erreichten wir Melbourne.
Vor meinem alten Hostel gabs einen kostenlosen Parkplatz, wo ich ausstieg um mein Handtuch zu holen. Das hatte ich das letzte Mal bei Elsbeth vergessen und die ist gerade zu Hause in Amerika. Erst haben die vom Hostel es nicht gefunden und es war ein Drama bis ich es endlich nach 15 min hatte.
Als ich wieder raus kam war es saukalt und windig und Jacks Audi war weg. Ich suchte alles ab – nix ! Nach einem Anruf bei Jack wusste ich, dass er weg gefahren war. Ohne ein Wort. Es besserte meine Laune nicht, dass er sagte er ist in 3 min da und dann nach über 20 min wieder auftauchte. Er hätte nicht gewusst, ob er da stehen bleiben darf. Hatte ich ihm aber doch gesagt und da war ein großes Schild ?!
Dann hab ich ihn gefragt was er denn sehen oder machen will, weil er das erste mal in Melbourne war. Ich soll das doch entscheiden, ich hätte ja die Ahnung. Auf die Frage hin ob er Hunger hätte, sagte er dass er was isst wenn ich was esse. Nach der 2. Nachfrage habe ich rausgefunden, dass er keinen Hunger hatte. Mir ist dann echt ein bisschen der Geduldsfaden gerissen. Ich wollte gemütlich einen Kaffee trinken, aber die Idee fand er auch nicht so toll. Der Parkplatz den wir nach langer Suche gefunden haben hat auch 5$ für eine Stunde gekostet und der Tag war für mich schon gelaufen. Es hellte meine Stimmung auf nicht auf, dass die Sonne raus kam und der Himmel blau wurde. Die Stunde Zeit die uns die Parkuhr gab reichte weder für den Viktoriamarkt, noch für was anderes. Die Parkhäuser wollten 20$ für einen Tag. Viel zu viel !
Ich sagte, dass wir uns den Straßennamen merken sollen, weil wir sonst das Auto nicht mehr finden würden. Für sowas besitzt er aber zu viel Männerstolz. Braucht man nicht !
So liefen wir eine Stunde rum, wobei mich Jack ständig anrempelte, was mir tierisch auf den Zeiger ging. Dann wollte er auch schon wieder heim, wegen einer TV Serie und so verließen wir Melbourne 2 Stunden nachdem wir angekommen waren.
Als ob ich es irgendwo her gewusst hätte, fanden wir das Auto natürlich nicht mehr. Jack sagte, dass ich es finden muss, weil ich ja schon so oft da gewesen sei und mich auskennen müsse. Zum Glück schafften wir es noch rechtzeitig vor dem Ablaufen der Parkuhr den Audi zu finden.
Der Verkehr war wegen des Footy Spiels Melbourne gegen St. Kilda auch grauenvoll.
Die Rückfahrt ging besser als die Hinfahrt und ich hatte die Hoffnung vor Sonnenuntergang noch reiten zu können.
Ich war sehr schnell umgezogen und rannte aus dem Haus, aber auf halbem Weg zur Koppel ging schon die Sonne unter und ich ging enttäuscht zurück ins Haus.
Dort musste ich mich erneut zusammen reißen, Jack nicht dumm anzumachen, weil er meinen Karton den ich für meine Reitsachen brauchte und der vor meinem Zimmer stand, einfach weg geschmissen hatte. Ohne Nachfrage o.ä. Er konnte gar nicht verstehen warum ich das nicht so gut fand.
Zum Glück kam The Voice im TV und ich schrieb noch mit ein paar netten Leuten aus Deutschland, was den Abend ein bisschen rettete.
Ich hatte mich so auf meinen freien Sonntag gefreut…

Angenervte Grüße
Nadine
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